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Die Männer plauderten angeregt. Stark erzählte von den Ergebnissen seiner Untersuchungen an der Börse, von illegalen Vernetzungen verschiedener Banken und Versicherungen, von Transfers nach Asien und Amerika, von Kursmanipulationen und anderem. Am Schluß seiner Erläuterungen kam er auf sein eigentliches Anliegen zu sprechen: Die astronomischen Summen der Staatsverschuldung. 
Der Professor zeigte Verständnis. 
„Sie müssen sich deshalb nicht für unfähig halten, Herr Stark“, leitete er seine Ausführungen ein. „Wer nicht täglich mit dieser Materie zu tun hat, dem erscheint vieles wie ein Buch mit sieben Siegeln. Es ist ein ganzer Komplex, bestehend aus dem eigentlichen Staatsvermögen, das auf lange Sicht mehr oder weniger unverändert bleibt, und den Geldern, die scheinbar im Umlauf sind. Und zwischen beidem besteht ein offensichtliches Mißverhältnis.“
Professor Kühn erklärte mit einfachen Worten, wie es mit den Finanzen lief, warum es möglich war, daß ein Unternehmen durch Aktienverkäufe seinen Wert vervielfachen konnte und anderes mehr. Auch schloß er nicht aus, daß es Transaktionen geben könnte, bei denen anschließend beide Seiten, Absender und Empfänger, den Betrag auf ihren Konten stehen hatten. 
Die verflixten Schulden, die geliehenen Billionen, die Stark so überaus hartnäckig suchte, waren schnell gefunden. Sie waren vom Staat natürlich längst ausgegeben worden, waren zurückgeflossen an die Wirtschaft. Der Staat hatte immense Schulden bei dieser Wirtschaft! Staatsverschuldung nannten Professor Kühn das Ganze. 
„Staatsüberschuldung“, ließ er sich gerne von Stark belehren. 
Jene Billionen, die den Banken quasi offiziell fehlten, weil sie sie an den Staat verliehen hatten, befanden sich im Umlauf, steckten in der Rüstung und anderen Projekten oder waren wieder an die Geldinstitute zurückgeflossen. Auch Arbeitsplätze waren damit geschaffen worden. Fakt war: In Form von Zinsen hatten die Banken ihre Gelder vom Staat längst zurück. Was fehlte, waren die ursprünglichen Anleihen! In gleicher Höhe. 
Insbesondere inländische Banken standen als Kreditgeber für den Staat zur Verfügung, zu einem beachtlichen Prozentsatz aber auch ausländische. Augenblicklich wurde Richter Stark bewußt, warum sich letztere so hartnäckig weigerten, diese immensen Transfer-summen zurückzugeben.  
Eine besonders zwielichtige Rolle spielten jene Versicherungen, die Gelder ihrer Versicherungsnehmer in Staatsanleihen umgewandelt hatten, mit all den damit verbundenen Risiken. …
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