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   Lothar, Bernd und Grabow standen vor dem Flughafengebäude, die beiden Beamten hielten Ausschau nach einer Telefonzelle oder nach einem Taxi. Keines von beiden fanden sie. In weiter Ferne schien Lothar ein paar Taxen entdeckt zu haben, aber es waren mehr als 500 Meter bis dorthin. Auch Telefonzellen erkannte er.
Es wäre ihm durchaus möglich gewesen, während des Fluges seine Dienststelle anzurufen. Sie hätten ihm einen Streifenwagen geschickt. Aber genau das wollten sie nicht! Sie wollten kein Aufsehen. Zurück in die Halle konnten sie auch nicht mehr, die schwere Tür war zu und von außen nicht zu öffnen. In Ermangelung eines Mobiltelefons machten sie sich auf den Weg zu den Taxiständen.
Plötzlich wurde die Tür hinter ihnen aufgestoßen und ein stämmiger Mann trat ins Freie, hielt sich seine Hand und schimpfte in einer fremden Sprache. Blut lief ihm von den verletzten Fingern. Er wickelte ein Taschentuch darum und schaute recht verzweifelt in die Richtung des Trios, das stehen geblieben war. Wie zu einem Schrei öffnete er seinen Mund. Dann wiederum hatte es den Anschein, als wollte er etwas zu ihnen sagen, sie etwas fragen, aber nichts geschah. Stattdessen lief der Mann zu einem in der Nähe geparkten Wagen mit Frankfurter Kennzeichen. Zum zweiten Mal fiel die metallene Gebäudetür geräuschvoll ins Schloß. Grabows Gesicht begann zu leuchten.
Bernd zögerte nur einen Moment, suchte mit seinen Augen die Taxen in der Ferne, danach wanderte sein Blick hinüber zu dem fremden Mann, der seinen Wagen geöffnet hatte, davor stand und noch immer fluchte. Vielleicht könnte der sie ein Stück mitnehmen? 
„Was meinst du, Lothar? Sollen wir ihn fragen?“ flüsterte Bernd dem Freund zu.
„Das ist besser als gelaufen“, war dessen Antwort, kurz entschlossen ging Bernd hinüber.
Juri sah ihn kommen, untersuchte seine blutende Hand, bewegte mit schmerzverzerrtem Gesicht die Finger und schüttelte verzweifelt den Kopf.
„Was ist denn mit Ihnen passiert?“ fragte Bernd den bemitleidenswerten Menschen, der sich ganz offensichtlich die Hand schwer verletzt hatte. 
„Habe mich verletzt“, keuchte Juri in seinem slawischen Akzent. „Jetzt kann ich nicht fahren. Muß aber in die Stadt. Scheiße!“
Bernd besah sich dessen blutende Hand nur flüchtig. Ihn interessierte vielmehr diese unerwartete Mitfahrgelegenheit, wie sie passender nicht hätte sein können. 
„Sie müssen nach Frankfurt?“ fragte er knapp.
Juri nickte und wendete sich ab, als wollte er weglaufen, blieb aber beim Wagen stehen. …
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