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…  Der Flugkapitän zeigte ihnen den Ausgang Nord und verabschiedete sich. Lothar und Bernd brachten ihren Dank zum Ausdruck.
   Die drei liefen durch einen tunnelartigen Gang, am Anfang und am Ende von je zwei durchsichtigen, schwenkbaren Gummitüren verschlossen, überquerten eine Transportstraße, passierten ein zweites Gebäude, bis sie schließlich die letzte Türe öffneten. Sie traten ins Freie und staunten. Nur einen Steinwurf entfernt, hinter einer breiten Wiese, konnten sie die Autobahn sehen – und hören. Aber auf der einsamen Straße unmittelbar vor dem Frachtflughafen gab es keinen Taxistand, an dem sie sich bequem in einen Wagen hätten setzen können und einfach davonfahren. Die Taxen standen am stark frequentierten Personenterminal. Und bis dorthin war es ein gutes Stück zu gehen. 

   Akribisch hatte Juri die Landung der Maschine beobachtet, sofort seinen Platz verlassen und sich in die Halle begeben. Nicht ohne vorher seine Brille auf Hochglanz zu polieren. Er brauchte diese Sehhilfe, ohne sie war er blind wie ein Maulwurf. 
Sobald die Hallentür hinter ihm ins Schloß schnappte und seine Augen sich an die Lichtverhältnisse gewöhnt hatten, fiel sein Blick auf die Frachtabfertigungsschalter der Lufthansa; er selbst hielt sich in einem schattigen Winkel verborgen. Weitere zähe Minuten vergingen, bis sich die so Weitgereisten endlich zeigten. Juri kannte keinen der drei, die sich in Begleitung der uniformierten Besatzung befanden. Aber sein Auftraggeber hatte ihm eine Beschreibung von sich durchgegeben, anhand derer er leicht zu erkennen sein dürfte. Herr A war der jüngste von ihnen und der einzige mit schütterem Haar! Groß war er, massig, und Juri mußte sich eingestehen, daß er ihn bei seinen zahlreichen Treffen im Zoo niemals angesehen hatte - wie vereinbart. Ein einziges Mal nur, vor vielen Monaten, konnte er bei einem Treffen im Augenwinkel in einer Scheibe dessen linke Wange erspähen. Sie war rasiert und hell. Schnell hatte er damals seinen Blick wieder abgewandt, wollte nicht riskieren, durch eine lächerliche Indiskretion seine lukrative Einnahmequelle zu verlieren. Er kannte das Eau de Toilette, das Herr A benutzte, kannte seine Stimme und seine Zigarettenmarke, nicht aber sein Aussehen. Bis zu diesem Moment. Juris Hand tastete nach der Pistole in seiner Jackentasche. Als er bemerkte, daß sich die Gruppe trennte und die drei in Zivil gekleideten Männer dem Ausgang zustrebten, eilte er hinterher. …
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