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…  Als wüßte er genau, was ihm drohte, sollte er den Mindestabstand unterschreiten.
Bernd setzte sich auf den Pappkarton und wartete. Und sein Versprechen fiel ihm ein, sofort nach der Landung Hermann anzurufen. Nun, er hätte es getan, wenn er gekonnt hätte. Aber alles war eben etwas anders verlaufen als geplant.  
   Der Tag war noch jung. Was erwartete ihn? Was hatte Grabow mit ihm vor? Gab es eine Möglichkeit, dieses Gefängnis zu verlassen? Von Unruhe getrieben stand Bernd wieder auf, untersuchte das Mauerwerk, testete die Tür zum wiederholten Male, lief zur Werkzeugkiste und suchte erneut. Kurzerhand schüttete er deren Inhalt auf den blanken Betonboden und starrte auf den Haufen Metall.

***

   Das schnurlose Telefon steckte um die Mittagszeit in Hermanns Brusttasche. Seit dem frühen Morgen war keine Sekunde vergangen, in dem es nicht unter Beobachtung stand. Entweder er oder Vera hatten ein Auge darauf gerichtet. Unruhig warteten sie auf Bernds erlösenden Anruf. 
Zuletzt hatte er sich vor zwei Tagen gemeldet, und sie erhielten die frohe Botschaft, daß er und Lothar bald unterwegs sein würden – zusammen mit Grabow! Zu dem Zeitpunkt war schon klar, wie sie ihn von der Insel bringen würden, sie waren guter Dinge und besaßen starke Nerven. Und Bernd hatte versprochen anzurufen, sobald sie sicher gelandet waren. 
Im Gegensatz zu ihm waren Vera und Hermann sichtlich nervös gewesen. Sie kannten die Verhältnisse auf den Fidschis nicht, die Temperaturen, die grelle Sonne, den Wind. Auch nicht die eingeschränkten örtlichen Transportmöglichkeiten.   
„Mit einem Taxi können sie sicher nicht fahren“, hatte Hermann zu seiner Frau gesagt, „das ist dort nicht so einfach wie bei uns.“ 
„Vielleicht müssen sie mit einem winzigen Fischerboot die Insel verlassen, bei Nacht und Nebel“, bemerkte Vera tief in Gedanken versunken, und hatte keine Ahnung, wie nahe sie mit ihrer Vermutung dem tatsächlichen Fluchtverlauf kam.
Die Odendahls saßen im Garten, Brutus lag ausgestreckt im kühlen Gras, die blasse Kugel des Schultergelenkes eines Rindes mit dem kurzen Stück des Vorderbeinknochens zwischen den Zähnen, und bearbeitete sie so intensiv, daß dem Betrachter Bedenken kamen, er könnte sich empfindlich auf die Zunge beißen. Beständig zeigte sie sich zwischen den einzelnen Bissen, verschwand rechtzeitig, bevor der Hund wieder zuschnappte, um sogleich wieder sein Werk zu belecken. Es war keine leichte Arbeit für das stattliche Tier, einen Rinderknochen zu zerkauen. …
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