Gegen 8 lehnte sich Hermann an die Wand, ihm war etwas schwindelig geworden.
„Was ist?“ wollte Bernd wissen, denn er konnte den Freund nur noch verschwommen sehen.
„Ich bin müde“, sagte Hermann leise, den leeren Becher in der Hand. „Entsetzlich müde, ich muß mich … einen Moment … hinsetzen.“
Damit rutschte er an der Wand entlang und sank kraftlos zu Boden, bevor ihm Bernd zu Hilfe eilen konnte. Er war mit sich selbst beschäftigt, nahm die Konturen nur undeutlich wahr und mußte erkennen, daß in dem Frühstück ein Schlafmittel verborgen gewesen war. Bernd setzte sich, lehnte seinen Oberkörper schwer gegen die Backsteine, und trat mit seinem Fuß die Papiertüte beiseite.
Man sollte Vorsicht walten lassen … bei … Danaergeschenken, war sein letzter Gedanke, bevor auch er besinnungslos zu Seite kippte.
***
Dem Umstand Rechnung tragend, daß er landesweit gesucht wurde, blieb Grabow im Führerhaus sitzen, während Nadja und Juri das Restaurant des Rastplatzes betraten. Beide hatten sich sogleich eine Zigarette angesteckt, denn während der Fahrt mußten sie darauf verzichten; Grabow vertrug den Rauch nicht mehr. Seit er damit aufgehört hatte, waren ihm die Rauchschwaden zuwider. Überdies besaß der schwere Kipper keine Klimaanlage, es war ein heißer Sommernachmittag, und die drei Insassen schwitzten ohnehin über die Maßen.
Der Zurückgebliebene trug noch immer jene kleine Stofftasche bei sich, die ihm in der nächsten Zeit seinen Lebensunterhalt sichern sollte. Aufgrund des gegen ihn erlassenen Haftbefehls durfte er es nicht wagen ein Geldinstitut aufzusuchen, um die Dollarnoten einzutauschen. Das hatte Juri für ihn erledigt. Dieser Mann war goldwert. Dennoch dachte Grabow schon jetzt intensiv darüber nach, auf welche Weise er seine beiden letzten Mitarbeiter beseitigen konnte; nach getaner Arbeit, versteht sich.
Mit Sicherheit ergab sich auf der Rückfahrt eine Möglichkeit. Wenn man irgendwo ihre Leichen fand, würde das kaum Aufsehen erregen. Juri und Nadja wurden nicht gesucht, die Behörden kannten sie nicht einmal. Aber sie waren unliebsame Zeugen seines gewissenlosen Handelns. …
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