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… 
„Wir müssen auch in die Stadt. Könnten Sie uns ein Stück mitnehmen?“ setzte Bernd nach, dem dieser Umstand mehr als gelegen kam. „Wir sind aber zu dritt.“
„Können Sie das Auto fahren?“ richtete Juri unvermittelt die Frage an Bernd. „Meine Hand ist kaputt. Weiß nicht, ob ich fahren kann.“  
„Ich denke, wir finden einen Weg“, sagte Bernd ruhig und winkte die beiden Männer herüber.
Lothar brauchte Grabow nicht in Richtung des parkenden Fahrzeugs zu schieben, er lief freiwillig hinüber. Dabei spürte der Beamte keine Furcht, sein Gefangener könnte ihm entlaufen. Grabow war schwerfällig, sah aus, als wäre er in seinem Leben niemals aus freien Stücken einen Schritt weiter als notwendig gegangen. Er hatte deutlich Übergewicht, war erheblich schwerer als Bernd.  
Als die Gruppe schließlich vor dem grünen Mietwagen stand, trafen sich Grabows und Juris Blicke. Zum ersten Mal überhaupt schauten sich die beiden Männer direkt in die Augen – und Juri wußte Bescheid. 
„Was meinen Sie, wird es gehen? Können Sie fahren?“ fragte Bernd erneut.
Juri schüttelte definitiv den Kopf und reichte Bernd die Wagenschlüssel, der nahm sie. Sein prüfender Blick strich über das Wagendach hinweg und traf Grabow mit einer Botschaft, die ihm vermitteln sollte: Mach keine Dummheiten! Danach schaute er den Freund an, der Grabow festhielt. Lothar nickte ihm zu, ihre Taschen wurden im Kofferraum verstaut. Bernd stieg in das Fahrzeug.
Mit einemmal hielt Juri eine Pistole in der blutenden Hand, machte ein paar schnelle Schritte auf Lothar zu, drückte sie ihm an den Hals und zischte: 
„Einsteigen!“
Lothars Verblüffung war grenzenlos. Er hob die Arme zur Hälfte, starrte auf Bernd, der mit dem Starten des Wagens beschäftigt war und von der veränderten Sachlage noch nichts ahnte. Grabow befand sich bereits auf dem Weg zum linken Rücksitz, stieg ein und setzte sich direkt hinter Bernd. Lothar wurde auf den Beifahrersitz gezwungen, die Tür zugeschlagen. Als letzter stieg Juri dazu und setzte sich hinter ihn. Bernd hob den Kopf, als er seinen Kollegen neben sich spürte, denn diese Konstellation war ihm so nicht genehm. Er hätte es lieber gehabt, wenn der Fremde vorne bei ihm … 
Bernd schaute in den Rückspiegel, darin erblickt er Grabows nunmehr unverschämt grinsendes Gesicht und daneben - den Fremden. Und der richtete eine Waffe auf ihn. Die beiden Freunde rührten sich nicht.
„Fahr los!“ herrschte Grabow ihn an.
Bernd zögerte nur kurz, trat aufs Gaspedal, und der Mietwagen rollte die fast menschenleere Straße entlang, auf die großen Schilder zu, welche den Weg zur Autobahn wiesen. …
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