Nach dem Frühstück erhoben sich die beiden, um Grabow die freudige Mitteilung zu überbringen. Bernd griff sich die Lampe, sie liefen die Treppe hinab und standen im Frachtraum. Schnell hatten sich ihre Augen an die eingeschränkte Sicht hier gewöhnt, sie gingen zum ersten Container, blieben einen Moment davor stehen. Bernd gab Lothar ein Zeichen und der öffnete mit einem schnellen Griff die Tür des Containers, Bernd schaltete die Lampe ein und schickte ihren grellen Strahl in den finsteren Innenraum des Transportbehälters. Er leuchtete der Reihe nach die Kisten ab, erhellte den Zwischenraum darüber, ließ auch die Ecken nicht aus – Grabow war verschwunden.
„Wo ist er hin, dieser Bastard?“
Überaus leise hatte Lothar diese Frage an Bernd gerichtet, überzeugt, daß auch der keine Antwort wußte.
„Er wird sich noch einmal die Füße vertreten, bevor ihn für lange Zeit die Gitterstäbe daran hindern.“
Bernds Humor tendierte seit Tagen immer öfter in Richtung Sarkasmus, was Lothar so gar nicht von ihm kannte. Aber es gefiel ihm, und er schickte nach:
„Hoffentlich ist er noch nicht ausgestiegen.“
Die beiden besannen sich, daß Grabow ja nicht eingeschlossen gewesen war, und er sich trotz der Warnung möglicherweise im Flugzeug frei bewegt hatte. Dabei hätte er durchaus entdecken können, wohin dieses Flugzeug unterwegs war. Hilfreich waren ihm dabei sicher die vielen Container, alle mit der gleichen Aufschrift: Frankfurt. Das hatten sie nicht bedacht bei ihrem ausgeklügelten Plan.
„Das war ein Fehler“, räumte Bernd bedauernd ein, „aber dennoch entkommt er uns nicht. Ich muß die Crew davon in Kenntnis setzen.“
Eilig entfernte er sich, lief zum Cockpit hinauf und klopfte an die Tür. Wenig später war die Crew unterrichtet, die Tür wurde verriegelt, Bernd begab sich auf den Rückweg zu seinem Kollegen.
Behutsam liefen die beiden Männer in den hinteren Frachtraum, Lothar auf der einen, Bernd auf der anderen Seite, zwischen ihnen die endlosen Containerreihen. Die Männer waren unbewaffnet, aber von Grabows körperlicher Präsenz hatten sie nichts zu befürchten, das wußten sie. Und beide, der noch mitten im Beruf Stehende und der bereits Pensionierte - sich jedoch seit wenigen Tagen wieder im Dienst befindliche - wünschten sich nichts sehnlicher, als daß ihnen Grabow begegnen und sich heftig zur Wehr setzen würde …
Am Ende des Frachtraums trafen die Freunde aufeinander, und da sie stumm ihren Weg zurückgelegt hatten, vermuteten sie im ersten Moment, es handele sich bei dem Schatten des anderen um den Gesuchten, erkannten sich jedoch rechtzeitig. …
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