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…  Grabow untersuchte die anderen, die unbenutzten Tücher, auch darauf fand sich der Namenszug dieser großen deutschen Luftlinie. Sollte die Lufthansa die Brasil Air mit Tüchern beliefern, die ihren Schriftzug trugen? Welchen Sinn ergab das? 
Seine Augen suchten in der Toilette nach anderen Spuren. Der Seifenspender stammte von einer deutschen Firma, aus dem Schwäbischen. Der Spiegel über dem Waschbecken trug winzige Schriftzeichen, ein wenig ausgebleicht, aber noch deutlich lesbar: Lufthansa. Allmählich wurde Grabow mißtrauisch. Er verließ den Waschraum, um erneut auf die lange Reihe der Aluminium-Container zu stoßen. Gleich den ersten beleuchtete er mit seiner nur noch schwach strahlenden Taschenlampe und entzifferte: Frankfurt/Main, Lufthansa Cargo. Auch die übrigen Behälter trugen alle die Inschrift des Zielflughafens. Grabow konnte es nicht fassen. Er befand sich in einer Maschine der Lufthansa mit dem Ziel: Frankfurt!
Wie war das möglich? Seine Gedanken begannen zu kreisen, zu recherchieren. Vergeblich zunächst, aber in kurzer Zeit kristallisierte sich ein neues Bild heraus. Wer waren eigentlich diese beiden Schweizer, die ihn so selbstlos von den Fidschi-Inseln nach Australien gebracht hatten? Die Namen Reuter und Steiner, wenn er sich recht erinnerte, sagten ihm gar nichts. Mit größter Sorge sah er der Landung in Frankfurt entgegen. Untätig aber wollte er dabei nicht bleiben. 
Auf leisen Sohlen lief Grabow wieder zurück in Richtung des Cockpits, vorbei an seinem Containerversteck, entdeckte die Treppe und stieg sachte nach oben, wo ihm gedämpfte Stimmen entgegen drangen. Er erkannte die Stimme von Reuter.
„…nein! Nein, nein, Lothar. Leicht war das überhaupt nicht“, bekannte Bernd aufgewühlt. „Am liebsten hätte ich ihn schon bei der Überfahrt zur Südinsel an die Haie verfüttert. Aber er muß vor ein Gericht. Auch Sabine hätte es so gewollt. Es war keineswegs einfach, mich zu beherrschen und diesem vollgefressenen Kerl nicht meine Faust in sein unverschämtes Gesicht zu schlagen.“ 
Lothar verstand ihn gut, er hatte ihn stets mit Bewunderung bedacht, wenn er ihn so ruhig und gelassen neben dem Mörder seiner Frau hatte stehen oder sitzen sehen. Er fragte sich, ob das ihm selbst auch gelungen wäre, an Bernds Stelle. Und starke Zweifel bemächtigten sich seiner.
„Ich glaube nicht, Bernd, daß ich so ruhig geblieben wäre. Aber durch deine Nervenstärke hast du dich schon ausgezeichnet, als du noch beim BKA warst“, erinnerte sich Lothar gut an die Zusammenarbeit mit dem Freund vom Bundeskriminalamt. …
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