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…  Er bereitete sich auf einen langen Aufenthalt im Dunkeln vor. In seiner Reisetasche fand er endlich die kleine Taschenlampe, die etwas Licht in sein düsteres Dasein bringen sollte. Der Strahl der Lampe glitt über hölzerne Transportkisten, voll mit Früchten. Zu essen hatte er jedenfalls genug. Grabow setzte sich neben der Tür auf einen der flachen Tabakstapel, eine Hand auf das Täschchen gelegt, bereit für die fünfzehnstündige Reise. 
   Von links näherte sich ein kleiner flacher Schlepper. Der Fahrer suchte die Frachtnummer 508, entdeckte sie, hielt an, lud den Container geräuschvoll auf und steuerte den fensterlosen Rumpf der Lufthansamaschine an. In Windeseile wurde der letzte Behälter an Bord gebracht, der hochgeklappte Bug der 747 wurde heruntergelassen und verschloß hermetisch den Frachtraum.  
   Lothar und Bernd waren dem Tieflader gefolgt, hatten den Jumbo über den Personaleinstieg betreten und entdeckten sogleich den Container 508, er stand ganz vorne. Mit Genugtuung erfüllt eilten sie vorüber, liefen ein paar Schritte den endlos scheinenden Frachtraum entlang, der in der Tat keine durchsichtigen Scheiben besaß, und passierten zahllose Container - sie gingen alle nach Deutschland. Schließlich stoppten sie, drehten um und begaben sich wieder in Richtung des Cockpits, ohne ein Wort zu sprechen. Nach einem kurzen Marsch erreichten sie die Treppe, wo sie vom Copiloten erwartet wurden. Er sprach ebenfalls nicht, sondern führte sie in die obere Etage des Jumbo-Jets und zeigte den beiden Passagieren unweit der Cockpittür ihre Plätze, als ihn ein rotes Lämpchen an seinen Arbeitsplatz rief. Kurz darauf vernahmen sie das innig herbeigesehnte Brummen der Turbinen.
Auch in dieser Frachtmaschine fanden Bernd und Lothar einige Sitzplätze vor, verstauten ihr Gepäck, schnallten sich fest, wenige Minuten später rollte der Jet zur Startbahn. Stewardessen gab es in dieser Maschine nicht. Die Freunde warteten. Nichts geschah. Warum starteten sie nicht? Ein ungeduldiger Blick aus einem der Fenster im Obergeschoß ließ im vagen Licht der gelben Flughafenbeleuchtung weit entfernte schemenhafte Gestalten erkennen, die ihrer Arbeit nachgingen. Mittlerweile zeigte die Uhr viertel nach 3. Die Unruhe der beiden wurde beinahe unerträglich. Aber sie wollten nicht ins Cockpit gehen, um nach dem Grund der Verspätung zu fragen. Noch nicht. Selbst den nervenstarken Bernd hielt es kaum noch auf seinem Sitz, sie mußten doch unbedingt in die Luft! …
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