Das Vorhaben, durchzuführen mit Bussen und Booten, nahm gut drei Tage in Anspruch. Bis dahin wollte sich Grabow in Nasau mit dem nötigen Reisegeld versorgt haben. Zur dortigen Bank zu fahren war ihm nicht untersagt.
Lothar, dazu verdammt, im Hotel auf Bernds Rückkehr zu warten, tat dies ohne zu murren.
Zwei Tage später wurde Bernd von Mister Landore, Manager der Zentralbank in Suva, mit einem freundlichen Lächeln empfangen, zeigte seine blütenweißen Zähne und fragte sofort, ob sein Gast hungrig sei. Es gehörte zur Landessitte, niemals mit knurrendem Magen eine geschäftliche Unterredung abzuhalten. Landore ließ sich in sein geräumiges Büro im vierten Stock des Bankgebäudes ein indisches Mahl für zwei Personen bringen, dazu grünen Tee, und erst, als sein Besucher und er selbst ihren Appetit gestillt hatten, begannen sie, über Bernds Anliegen zu sprechen.
Es schien leichter als erwartet. Gleich zu Beginn zeigte ihm Mr. Landore, dem Bernds Kommen angekündigt worden war, ein Schreiben aus Deutschland, unterzeichnet von einem gewissen Richter Ewald Stark, der darin auf die Illegalität der Gelder auf Grabows Konten hinwies. Zudem trug Starks Schreiben einen Stempel der deutschen Justiz, was die letzten Zweifel des Bankmanagers beseitigte. Zwar konnte Bernd es nicht erreichen, daß die ganze Summe sofort zurück nach Deutschland überwiesen wurde, das brauchte Zeit. Schließlich gehörte das Geld offiziell Grabow, der auch noch darüber verfügen konnte. Aber durch das Schriftstück aus seinem Heimatland wurde eine gewisse Blockade von Grabows, alias Mr. Lundbergs Konten eingeleitet, bis sich die Regierungen beider Länder auf die Rückführung einigen konnten. Um kein Mißtrauen aufkommen zu lassen, hatte er auf relativ geringfügige Summen noch Zugriff. Darum hatte Bernd gebeten.
Ein Ziel hatte Bernd Roth erreicht. Er war zufrieden. Sein zweites Anliegen jedoch war von etwas delikater Natur.
Er versuchte, Mr. Landore die Zusammenhänge nahe zu bringen und äußerte seinen Wunsch, einen Beweis in Händen zu haben, der Grabow davon überzeugen sollte, daß das Geld tatsächlich in Montevideo sicher untergebracht war. Landore wurde unruhig. Derartiges war nie zuvor von ihm erbeten worden.
„Wenn Sie das nicht können, Mr. Landore“, sagte Bernd leise, und seine Zunge brannte noch ein wenig vom scharfen indischen Gewürz, „ist Ihnen niemand böse. …
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