Während der letzten beiden Tage war in ihm der Wunsch erwacht, dieses Inselgefängnis verlassen zu wollen, und zwar schleunigst. Notfalls würde er sich dieser beiden Dummköpfe bedienen, dieser Schweizer, die sich so aufdringlich in sein Leben einmischten, ihm auf Schritt und Tritt ihre Hilfe anboten, es war einfach widerlich. Aber sie konnten ihm vielleicht wirklich nützlich sein.
Sein nächstes Ziel war Südamerika, Paraguay. Oder Uruguay, das war ihm gleichgültig. In beiden Ländern fragte man nicht, wo der Emigrant herkam; solange er genug Geld besaß. Nun, daran sollte es ihm nicht mangeln. Es gab da allerdings ein kleines Problem: Er durfte die Insel nicht verlassen. Wenigstens nicht offiziell.
Aber er mußte nach Suva hinüber, auf die Südinsel, zum Hauptsitz des Bankhauses, um den Transfer der mehr als 600 Millionen Euro nach Südamerika in die Wege zu leiten. Von der kleinen Bank in Nasau aus war das nicht möglich; dort lag das monatliche Limit, das er sich selbst auferlegt hatte, bei lächerlichen 100 000.- Dollar. Es half nichts, er mußte irgendwie nach Suva. Koste es, was es wolle!
Während der Regentage waren Bernd und Lothar nicht untätig gewesen. Sie brüteten über Plänen, wie sie Grabow von der Insel zurück nach Deutschland bringen und der Gerechtigkeit zuführen konnten. Mehrere Möglichkeiten boten sich an. Am wenigsten auffällig war wohl eine Seereise auf einem Containerschiff. Unterwegs gab es keine Kontrollen, und wenn Grabow die Fahrt eingesperrt in einer Kabine verbrachte, hätte er nicht einmal eine Ahnung, wohin die Reise ging. Aber dieser Transport dauerte Wochen.
Blieb eigentlich nur das Flugzeug. Wie aber sollte es den beiden ohne Waffengewalt gelingen, einen erwachsenen Menschen zu bewegen, freiwillig in ein Passagierflugzeug nach Europa zu steigen? Ohne behördliche Vollmachten war dies schwierig. Nicht unmöglich, aber schwierig.
Grabow schien Vertrauen zu haben zu Bernd und Lothar, denn eines Abends ließ er durchsickern, daß er ein recht vermögender Mann sei, ein Aussteiger, der dieser Zivilisation den Rücken zu kehren gedachte. …
Diese Seite hat mir gefallen - weiter lesen ►
...war OK - weiter lesen ►
...sollte überarbeitet werden - weiter lesen ►
...war OK - weiter lesen ►
...sollte überarbeitet werden - weiter lesen ►
◄ zurück blättern
Beurteilen Sie den Text bitte fair.
Ihre echte Einschätzung hilft dem Autor seine Texte zu verbessern.
303 Leser seit 1. Jan. 2026 für diesen Abschnitt
Noch kein Kommentar zu dieser Seite.
Sei der Erste!
Ihre echte Einschätzung hilft dem Autor seine Texte zu verbessern.
303 Leser seit 1. Jan. 2026 für diesen Abschnitt
Noch kein Kommentar zu dieser Seite.
Sei der Erste!