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…  Grabow kannte sie nicht, vermutete jedoch nichts Gutes. 
Vereinzelt war es bereits zu Rammstößen gekommen, wenn sich eines der fast zwei Meter langen Tiere ohne ersichtlichen Anlaß herauslöste und nach oben schwamm. Mehrmals schon hatten scharfe Zähne Grabows Beine berührt, an einigen Stellen bluteten sie. Aber auch das wußte Grabow nicht. Im Wasser funktionierten die Tastempfindungen nicht so gut wie an Land. Erst als er die dünne Blutspur sah, die er hinter sich herzog und die das Wasser färbte, registrierte er seine Verletzungen. Sofort geriet er in Panik. Er ruderte mit seinen Armen, rief um Hilfe, versuchte, von dem Schwarm der Barrakudas wegzuschwimmen; es gelang ihm nicht.
   Von Osten her, der langsam untergehenden Sonne hinterher-gleitend, näherte sich ein mit spitzem Segel ausgestattetes Fischerboot, als einer der beiden Insassen Grabows Rufen vernahm. Er gab dem Mann am Ruder ein Signal, der drehte das Boot etwas, beide beschatteten mit ihren Händen die Augen, sodaß die tiefstehende Sonne nicht mehr blendete, und nun entdeckten sie den auf den Wellen treibenden Menschen. 
   Die Attacken der Pfeilhechte wurden immer unverschämter, Grabows Hosen waren längst zerrissen und hingen in losen Fetzen um seine Lenden. Der schwarze Schatten des Auslegerbootes näherte sich gemächlich und lautlos, was die angriffslustigen Fische ein wenig irritierte und zu einem übereilten Rückzug zwang. Schon glitt der hölzerne Stabilisator an Grabow vorüber, der faßte zu und klammerte sich mit letzter Kraft daran fest. Unter großer Anstrengung zogen die Fischer den verletzten Mann an Bord, dessen Beine wieder Ziel der angreifenden Fische waren. 
Kurz darauf lag Grabow auf dem schmuddeligen, stinkenden, über und über mit glänzenden Fischschuppen bedeckten Holzboden der Barkasse, um die fetten Hüften lediglich die Reste seiner dünnen Hosen. Aber seine Blöße interessierte ihn momentan nicht. Er war gerettet, das war das Wichtigste. Erschöpft betrachtete er seine blutenden Beine. Die Verletzungen waren nicht bedrohlich, einer der Fischer kümmerte sich um ihn. 
Nach wenigen Minuten war er versorgt, lehnte sich erleichtert an die Bootswand und starrte müde dem sich scheinbar selbst ertränkenden Zentralgestirn hinterher.
Die beiden Fischer sprachen kein Englisch, Grabow kein Fidschi, insofern beschränkte sich die Unterhaltung auf Zeichensprache. 
„Nasau!“ sagte Grabow und deutete auf die große, am südlichen Horizont gelegene, mehr als 150 Km lange Nordinsel. …
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