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24 Stunden waren verstrichen, seit Bernd und Lothar das Hotel ausfindig gemacht hatten, in welchem Grabow, alias Olof Lundberg, sich versteckt hielt, der Gesuchte war ihnen jedoch bisher nicht über den Weg gelaufen.
Sie hatten in derselben Anlage Quartier bezogen, mieteten sich unter ihren neuen Namen einen Bungalow unweit des Haupthauses, saßen während der Mahlzeiten im hinteren Teil des Raumes, den ganzen Speisesaal im Blick. Allein, Grabow blieb verschollen.
Auf ihre anfänglichen behutsamen Fragen, ob denn außer ihnen noch weitere Europäer hier wohnten, erteilte ihnen der Manager des Hotels freundlich Auskunft: Insgesamt sechs, darunter ein Schwede. Augenblicklich wollte er sich um ein Zusammentreffen mit den Europäern bemühen, wurde aber von den beiden gebremst. Nur aus Interesse hätten sie gefragt, für Bekanntschaften wäre später noch Zeit. Auf jeden Fall hatte der Manager indirekt bestätigt, daß Grabow hier abgestiegen war.
Im Laufe des zweiten Tages ging das Gerücht um, einer der Hotelgäste sei spurlos verschwunden, von einem Bootsausflug nicht zurückgekehrt, und ein völlig verzweifelter Japaner lief suchend durch die Anlagen, fragte hier und dort vergeblich nach einem hünenhaften, dicken Schweden, der sich sein kostbares Boot ausgeliehen und es nicht wieder zurückgebracht hatte.
Das hätte noch gefehlt! Daß ihnen Grabow auf solch irrwitzige Weise durch die Lappen ging. Vielleicht war er abgesoffen, trieb irgendwo am Meeresgrund, entzog sich auf diese Art seiner Verantwortung. Die beiden Verfolger aus Deutschland wurden von Zweifeln befallen. Sollten sie diese weite Reise mit all ihren Unannehmlichkeiten und Gefahren umsonst gemacht haben? Wäre es denkbar, daß sie so kurz vor dem Ziel scheiterten? Während Lothar diese Möglichkeit zuweilen ins Kalkül zog, wollte Bernd nichts davon wissen. Seine negativen Gedanken schob er weit von sich, ließ sie gar nicht erst in seine Nähe, richtete sein Augenmerk nach vorne, überlegte schon, wie sie es anstellen sollten, Grabow von der Insel zu schaffen und nach Europa zu bringen. Auch für diesen Fall keimten bei ihm bereits einige brauchbare Ideen. Die Gesetze waren streng in diesem Land - in dem sich die verschiedenen Bevölkerungsgruppen durch ihre abweichenden Religionen oft selbst voneinander distanzierten - und die Strafen entsprechend drakonisch. …
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