Der eigentliche Grund für die finanzielle Misere des Staates lag nicht an der zugegebenermaßen hohen Arbeitslosigkeit. In den wirtschaftlichen Ruin getrieben wurde das Land letztendlich durch die unerlaubten Spekulationen an der Börse, mit unantastbarem Kapital – mit den Geldern der Ruheständler! Aller Ruheständler. Finanzminister Dr. Meininger hatte nicht gelogen, als er vor der Nation einräumte, Gelder veruntreut zu haben. Nur entsprach es nicht der Wahrheit, daß er es nur tat, um die maroden Staatsfinanzen zu sanieren. Hauptgrund all dieser Transaktionen war die Selbstbereicherung. Angefangen bei den Chefs der Geldinstitute bis hinauf zu ranghohen Politikern stand bei allen der Profit im Vordergrund. Nichts sonst.
Über bestehende Gesetze, die wiederholt geändert worden waren, hatten sich die Beteiligten frech hinweg gesetzt. Auch die Börsianer, die genau wußten, mit welch heißen Geldern sie Handel trieben. Und deshalb traf sie die Schärfe des Gesetzes, eines neuen, eines unbestechlichen und uneigennützigen Gesetzes, mit voller Wucht.
Im Innern der Börse wimmelte es von vertrauenswürdigen Polizeibeamten, die den Juristen zur Hand gingen, die ihre wachsamen Augen in jeden Winkel des Gebäudes warfen, die es zu verhindern wußten, daß ein ehemals hier Beschäftigter auch nur einen Fuß in sein Büro setzen konnte.
Bereits die ersten Ergebnisse waren niederschmetternd. Auf verschlungenen Pfaden waren Milliarden und Abermilliarden von Ruhegeldern an dieser Börse gehandelt worden, die Summen waren in zweifelhaften Kanälen versickert, durch Manipulationen gewisser Börsenmakler. Immer neue Gelder waren geflossen, und hätte die Bundesbank nicht den Geldhahn zugedreht, es hätte sich bis zum heutigen Tag nichts geändert.
Wo waren die zweieinhalb Billionen Euro geblieben, welche die Bundesregierung den Banken schuldete? Die Börse war schließlich keine öffentliche Sparkasse, wo man die dort eingezahlten Vermögen bar an die Kunden weitergab. Bargeld traf man an der Wertpapierbörse relativ selten an. Alles stand auf Papier geschrieben. Zahlen, nichts weiter. Wo aber war das reale Geld?
Richter Ewald Stark dachte nach, zeichnete und rechnete: Zweieinhalb Billionen Euro ergaben eine Summe, die sich vorzustellen jede Phantasie restlos überforderte. Wollte er jenes Geld in Fünfhunderter Scheinen gepackt stapeln, so könnte er in einem handelsüblichen Aktenkoffer etwa 6 Millionen unterbringen. …
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