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Wenig später stand der französische Schaumwein vor ihnen, der Whisky wurde beiseite geschoben, die flachen Kelche vollgeschenkt, schon prickelte das kalte Getränk auf beider Zungen.
Die Unterhaltung verlief gar nicht einsilbig, was wohl am Alkohol lag. So erfuhr Grabow, daß seine Bekanntschaft von den Philippinen stammte, sich Maria de la Rosa nannte, ihr Vater zahllose Teeplantagen besaß und sie sich um jene auf den Fidschis zu kümmern hatte, ihren Urlaub quasi mit beruflichen Interessen verknüpfte. Am Inhalt des Gesprächs war Grabow nicht interessiert, schenkte nur hie und da Champagner nach und wartete, bis die Wirkung so weit fortgeschritten war, daß er leichtes Spiel hatte. Aber mehr als einen flüchtigen Kuß ließ die Dame an jenem Abend nicht zu. Obwohl drei Flaschen Champagner geleert wurden.
   Und jetzt war es feucht in diesem halbbesetzten Bus, die Temperatur trotz des Monsuns nur unwesentlich zurückgegangen, die Kleider klebten an den Leibern der Insassen, und jene dösten. Das Gesicht des Mannes lehnte noch immer an der schmutzigsten Scheibe der Welt, rutschte mit jeder Bodenwelle hoch und runter. Die Straße, die zuweilen diesen Namen wirklich nicht verdiente, war übersät mit Schlaglöchern, Schlammpfützen und kleinen Rinnsalen, die sich störrisch ihren Weg quer zur Fahrtrichtung suchten. Im Laufe der Fahrt wurde Grabows schweißnasse linke Gesichtshälfte in Farbe und Glanz der Scheibe immer ähnlicher.
   Es war nicht weit von Nasau bis zu seinem Hotel, etwas weniger als 30 Kilometer, aber die schlechte Wegstrecke erlaubte es dem Fahrer oftmals nicht, schneller als 15 Stundenkilometer zu fahren, wollte er nicht einen Reifenschaden riskieren, oder Schlimmeres. Aber es passierte dennoch.
Ein Schlagloch von der Dimension eines mittleren Bombenkraters war zuviel für die altersschwache Vorderachse, knirschend gab sie nach. Vergeblich hatte der zierliche Wagenlenker noch versucht, dieses gewaltige Verkehrshindernis zu umfahren, aber der dichte Wald zu beiden Seiten der Wegstrecke verhinderte dies. Nun steckte das Gefährt schräg im Loch, die Antriebsräder am Heck befanden sich in luftiger Höhe und mühten sich vergeblich. Den Passagieren blieb nichts anderes übrig als auszusteigen und am Wegrand auf Hilfe zu warten.
Grabows geheimnisvolle kleine Ledertasche war gefüllt mit Dollarnoten, die er sich von der kleinen Bank in Nasau geholt hatte, weil er für die nächsten Tage für seine philippinische Eroberung dringend Bares benötigte. …
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