„Wie geht es deinem Knöchel?“ fragte er.
Der Blick, den sie ihm schenkte, drückte Unverständnis aus, ein wenig Ratlosigkeit, als hätte er ihr ein geheimnisvolles Rätsel aufgegeben. Sie lächelte nur.
„Dein Knöchel! Du hast dir doch vor wenigen Tagen den Fuß verstaucht.“
Jetzt erst verstand Nadja. Sie überlegte ein Weilchen, während sie ihre Hand auf Hermanns Bein legte.
„Alles wieder Okay. War nicht so schlimm.“
Hermann nahm dies kaum mehr wahr, er stand unter Strom. Ihre Hand auf seinem Bein, das war zu viel, eine prickelnde Unruhe bemächtigte sich seiner. Er unternahm den schüchternen Versuch, sie auf die Wange zu küssen, auch diesmal wies Nadja ihn nicht zurück
„Mußt mich einmal besuchen, Hermann“, unterbrach sie sein sanftes Drängen abrupt. „Bald. Werden es uns gemütlich machen, bei mir.“
Dabei schenkte sie ihm ein verführerisches Lächeln, griff sich ihren kurzen Rock, und im Handumdrehen stand sie wieder bekleidet vor ihm.
„Ich muß gehen, Hermann.“
Ein wenig brüskiert saß der Mann auf der warmen Holzbank, starrte verständnislos auf Nadja, nickte dennoch zustimmend. Das war eben die Jugend, man mußte Toleranz zeigen, er versuchte es. Die junge Frau schickte einen kurzen Blick den Weg entlang in Richtung Parkplatz, nestelte nervös an den Knöpfen ihrer Bluse.
„Muß ein paar Tage … wegfahren, Hermann. Nicht lange. Nächste Woche bin ich wieder da. Wir treffen uns … hier. Freitag. Ich werde dich treffen. Tschüs.“
Sie gab Hermann einen sanften Kuß auf die Lippen und ließ ihn auf der Bank zurück. Brutus stierte der Frau ungläubig hinterdrein, den morschen Stock mit seinen Zähnen haltend.
Noch keine Minute war Nadja verschwunden, da tauchte sie wieder auf und rief Hermann zum Parkplatz herüber. Der erhob sich sofort, lief hinüber und sah die junge Frau vor ihrem alten Golf stehen, die Hände in den Hüften. Der linke Hinterreifen war ziemlich platt.
„Mist!“ rief sie ungehalten.
„Das ist doch kein Beinbruch“, sagte Hermann und öffnete den Kofferraum.
In kurzer Zeit hatte er den Wagen mit dem Wagenheber hochgebockt, schon hielt er den langen, an einem Ende gebogenen Schraubenschlüssel in Händen, um die festsitzenden Schrauben zu lösen. …
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