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…  Kurz darauf - Nadja stand noch auf dem steinernen Weg - war der Hund wieder zur Stelle, die Frau erneut am Zuge. Wieder flog der Stock hinter die Büsche. Diesmal blieb er an einem dichten Zweig hängen, etwas hoch, unerreichbar für Brutus. Nadja wartete, beobachtet von ihrem Verehrer auf der Bank. Hermann schaute sich ihre schlanken Fesseln genauestens an, ihre sportlichen Waden, und schloß daraus auf andere, ihrer Weiblichkeit noch enger verbundene Attribute.
Der Stock hatte sich selbst befreit, war zu Boden gefallen, direkt in Brutus’ Maul. Nach einigen weiteren Würfen begann Nadja nervös an ihrem Rock zu zerren, ihn noch weiter nach oben zu schieben.
„Stört mich beim Laufen, Rock“, sagte sie entschuldigend, als sie erneut Brutus hinterher rannte.
„Zieh ihn … doch aus!“ sagte Hermann, wohl wissend, daß sie diesem als Scherz gemeinten Vorschlag keine Beachtung schenken würde.
Nadja sah sich um, weit und breit war keine Menschenseele zu erspähen. Mit zwei Schritten war sie an die Bank getreten, und mit einem Handgriff entledigte sie sich des störenden Umhangs. Entgeistert starrte Hermann auf das halbnackte Wesen neben sich. Nur noch mit Schlüpfer, Sandalen und Bluse bekleidet stand Nadja schon wieder zum Wurf bereit, holte aus und schleuderte den Stock weit in den Wald hinein. Dabei hob sie jedes Mal ihr linkes Bein an, Hermann tat sich gütlich an dem unverhofften Anblick.  
Ihr verletzter Fuß, dachte er mit Blick auf ihren linken Knöchel, hat sich erstaunlich rasch erholt. Er ließ sich ihr zweites Treffen, das am Tag nach ihrer Verletzung erfolgt war, durch den Kopf gehen, erinnerte sich aber nicht daran, daß Nadja gehinkt hätte. Aufrecht, mit leuchtenden Augen, auf kerzengeraden und gesunden Beinen war sie ihm entgegengelaufen. Da hatte die Genesung seiner eigenen Verstauchung im November schon erheblich länger gedauert. Auch hatte sie die schmerzhafte Verstauchung mit keinem Wort mehr erwähnt, und er hatte vergessen, sie danach zu fragen - er dachte an ganz andere Dinge. 
„Stört dich doch nicht, wenn ich so…so… halbnackt herumlaufe, oder?“ fragte sie und setzte sich neben ihn. „Ist so viel angenehmer. Wenn jemand kommt, ziehe ich mich schnell wieder an.“
Wie sie das Wort chalbnackt hauchte, in ihrem slawischen Akzent, so voller selbstverständlicher, natürlicher, ungezwungener Erotik, das brachte Hermanns Blut ins Wallen. Wie zufällig legte er seine Hand auf ihren Oberschenkel, Nadja ließ ihn gewähren. …
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