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…  Der Co-Pilot eilte herbei, befreite das hilflose Opfer und schob es sachte zur Tür. Weitere Reisende kletterten durch den Riß auf die Tragfläche hinaus und erkannten, daß im Moment keine akute Gefahr drohte. Der Meeresgrund lag hier in der Tat nur wenige Meter unter dem Wasserspiegel.
Diese frohe Kunde breitete sich rasch aus, Panik war kaum mehr zu spüren, dennoch drängten alle unablässig zu den Öffnungen, stürzten sich in die windgepeitschten, aber warmen Fluten oder wurden gestoßen. Die Atmosphäre im Innern der verunglückten Maschine war niemandem geheuer. Das feste Land war zirka 500 Meter entfernt, der Pilot hatte seine Sache ausgezeichnet gemacht. Manch einer der Fluggäste schwamm beherzt auf die gewaltige Insel zu, und bald war der flache Grund erreicht. Von der Küste her näherten sich Fischerboote, spitze Segel waren zu sehen, melanesische Auslegerboote, es wurde gepaddelt und gerufen. Die Gestrandeten fühlten sich relativ sicher, trotz des scharfen Westwindes, der nach wie vor die Oberfläche aufwühlte. 
   Mit nassen Füßen auf dem Flügel stehend, wurde Bernd unvermittelt an das Busunglück des vergangenen Herbstes erinnert; nur Helligkeit und Temperatur, die ihn hier umgaben, unterschieden sich deutlich von jener ausweglosen Lage. Nun verdankte er Grabow indirekt schon das zweite unfreiwillige Bad. Zwar stand er noch auf trockenem Untergrund, aber lange würde das nicht mehr so bleiben.   
Die Fischerboote näherten sich geschwind. Inzwischen waren alle Passagiere dem Rumpf entstiegen. Diejenigen, die keinen Platz mehr auf den Tragflächen fanden, kämpften im Wasser gegen den kräftigen Wind an, klammerten sich am Rumpf fest oder versuchten, den Booten entgegen zu schwimmen. 
Alle vernahmen sie den erstickten Schrei! Unweit des Wracks reckte ein Mann seinen rechten Unterarm in die Höhe, versuchte mehrmals, einen imaginären Gegenstand zu ergreifen, fand natürlich keinen Halt und ging schließlich unter. Niemand in seiner Nähe reagierte auf sein verzweifeltes Gebaren, die meisten waren mit sich selbst beschäftigt, nur der Kapitän, der sich inzwischen dazugesellt hatte, erkannte die Gefahr. Ohne zu zögern stürzte er sich in die warme See, gefolgt von Bernd, und gemeinsam schwammen sie zu dem bereits untergetauchten Körper hinüber. Fast zeitgleich packten sie den Mann, rissen seinen Kopf über die Oberfläche und hielten ihn dort sicher. Der Mann war um die sechzig, zeigte kaum noch Bewegungsfähigkeit und wäre ohne fremde Hilfe sicherlich ertrunken. …
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