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…  Beim Aufsetzen waren links zwei Fahrwerkreifen geplatzt, die Maschine war nach links ausgebrochen, über die Grünanlagen hinweg geschossen und auf das Terminal zugerast, dabei erfaßte das defekte Fahrgestell eines jener gelben Geleitfahrzeuge, die am Rande des Rollfeldes parkten, und riß es in der Mitte durch. Geistesgegenwärtig setzte der Pilot das linke Treibwerk unter Vollast, was die Maschine wieder einigermaßen auf die Landebahn zurück brachte, bevor er schließlich die Schubumkehr einschalten konnte. Alles dies geschah jeweils mit mehreren Sekunden Verzögerung, in denen der Jet große Strecken zurücklegte.   
Die Passagiere waren der DC 11 nach diesem gehörigen Schrecken ziemlich weit außerhalb auf dem Gelände des Internationalen Flughafens von Bangkok entstiegen, aber unverletzt. Dennoch startete die Anschlußmaschine nach Sydney beinahe pünktlich. Während des Fluges über den trockenen Kontinent fiel jedoch eines der Treibwerke des Airbusses aus, sodaß sich die Reisezeit um mehr als eine Stunde verlängerte. Die Landung in der australischen Küstenstadt verlief ohne große Probleme. Und nun das!
   Bernd dachte an zu Hause, an seine kürzlich verstorbene Frau Sabine, an seine Freunde. Auch an Grabow, den er beinahe schon greifen konnte; verglichen mit der bereits zurück gelegten Strecke um die halbe Welt befanden sie sich wirklich dicht davor, obwohl es bis zu ihrem Zielpunkt Nasau noch mehr als tausend Kilometer waren.
Neben ihm beschäftigte sich Lothar mit dem wichtigen Gedanken, aus einem Flugzeug zu entkommen, das im Wasser lag. Sein Augenmerk war auf die Türen hinter ihnen gerichtet, auf die Mechanik des Beckengurtes, auf den Gebrauch der Schwimmweste, über deren korrekte Benutzung eine völlig aufgelöste Stewardeß noch ein paar sinnlose Worte verlor, die leider weitestgehend in dem Wirrwarr von verhaltenen Stimmen untergingen. Angst verspürte Lothar keine. Vielmehr erlebte er diese prekäre Situation, als sähe er einen spannenden Film, war mehr Beobachter als Teilnehmer. Nur die Gegenwart Bernds an seiner Seite erinnerte ihn daran, hier eine reale Notlage zu erleben. 
„Wir müssen versuchen, so schnell es geht eine der Türen zu erreichen.“
Leise, beherrscht kamen diese Worte aus Lothars Mund, und er drehte seinen Kopf, um zu sehen, ob Bernd verstanden hatte.
„Das heißt, wir müssen uns nach hinten orientieren, dort sind die nächsten Ausgänge“, lautete dessen ebenso ruhige Antwort. 
   Das Warten in dieser gebückten Haltung war nervenaufreibend. …
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