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…  Irgendwie animalische, stechende Augen. Zudem besaß sie märchenhafte, wunderschöne lange Beine. Darüber hinaus trug sie keine Strümpfe, und diese distanzlose Nacktheit fesselte ihn in besonderem Maße. Dem Alter nach hätte Hermann ihr Vater sein können, dennoch spürte er, wie sich sein Puls leicht erhöhte, was zur Folge hatte, daß ihm augenblicklich der Gesprächsstoff ausging.  
Schweigend saß er neben der attraktiven Frau, die inzwischen zaghaft ihre Hand ausgestreckt hielt und behutsam begonnen hatte, Brutus’ Fell an dessen Brust zu betasten. Dabei entfernte sie ihren Kopf soweit es nur ging von dem Tier und ließ seine Schnauze nicht aus den Augen. Als müßte sie einen heißen Herd anfassen, so vorsichtig reckten sich ihre Finger in Richtung Hund, dem nichts Besseres einfiel, als spielerisch danach zu schnappen. Erschrocken zog sie sie zurück, und ihr furchtsamer Blick traf Hermann. 
Der registrierte es nicht. Denn seine Augen starrten unverwandt auf ihre Beine, genossen deren Frische, die am Saum des kurzen hellen Hosenrockes nicht zu enden schien. Auch Nadja genoß es. Sie wußte um ihre grandiose Figur, die stets aller Augen auf sich zog, besonders im Badeanzug. Sie selbst fühlte sich mehr zu Frauen hingezogen, daher hielten ihre mehr oder weniger fruchtlosen Beziehungen zu Männern in aller Regel nicht sehr lange. 
Mittlerweile war es ihr gelungen in Kontakt zu treten mit diesem struppigen Ungeheuer direkt vor ihr, das ihr liebevoll die Hand leckte. Es fühlte sich kühl an, angenehm in dieser Sommerwärme. Brutus hatte etwas entdeckt und lief davon. Nadja zog ihr linkes Bein an, stellte den Fuß auf die Bank und massierte ihren Knöchel. Sie war mit Hermann allein.
Der suchte händeringend nach einem Thema, interessant genug für ein junges Mädchen - eine junge Frau! Nadja nahm ihm diese Aufgabe ab.
„Gehen Sie oft hier spazieren?“ fragte sie unvermittelt, was Hermann bejahen konnte.
„Beinahe jeden Tag. Der Hund braucht seinen Auslauf … und ich … auch.“
Mehr fiel ihm momentan nicht ein, erneut suchten seine Augen die Beine dieser hübschen Dame, und wie zufällig berührte er mit seinem Arm den ihrigen. Ein wohliger Schauer durchrieselte seinen Körper, was Nadja spürte und sich ihrerseits gegen ihn lehnte.
„Wenn mein Fuß besser geht, komme ich morgen. Vielleicht können Sie mich zu Wagen bringen, ein wenig … stutzen?“
„Stützen!“ verbesserte Hermann.
Selbstredend war er sofort dazu bereit, erhob sich und griff nach Nadjas Hand. …
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