„Gut. Geben Sie mir das auf meinen Bildschirm!“
Sekunden später erschienen auf des Bankiers Monitor geheimnisvolle Tabellen, Überweisungsziele im Ausland, Summen, Abschlußberichte. Die beiden Kriminalbeamten trauten ihren Augen nicht: Grabow hatte Beträge von über 600 Millionen Euro an eine Bank in Nassau überwiesen.
„Nassau? Das liegt auf den Bahamas. Mit diesem Inselstaat besteht meines Wissens kein Auslieferungsabkommen“, bemerkte Lothar resigniert, und Hermann zog den bunten Prospekt aus seiner Tasche, aus Grabows Wohnung entwendet.
„Das entzieht sich meiner Kenntnis“, antwortete der Banker, und sein Blick heftete sich weiter auf den Bildschirm.
Hermann öffnete die Broschüre und wollte sich verzaubern lassen von der paradiesischen Inselwelt, auf der die Sonne selbst nachts schien, wenn man den Reiseveranstaltern Glauben schenken mochte. Nirgends war das Meer so blau wie um die Bahamas. Allein, der Zauber blieb aus.
„Dort müßte er aber zu finden sein, denke ich“, sagte Hermann, und er klang zuversichtlich.
„Die Bank in Nassau war nur eine Station“, sprach der Bankmanager weiter, „wie ich hier ersehen kann. Teilbeträge wurden daraufhin weitergeleitet nach … Nasau.“
„Ist Nasau die einheimische Schreibweise oder hat das eine besondere Bewandtnis?“ fragte Bernd, und er hörte sich nicht mehr sehr optimistisch an.
„Nein“, kam prompt die Antwort. „Nasau liegt nicht auf den Bahamas.“
Der Manager begab sich ins Internet, und wenige Minuten später konnte er Nasau ausfindig machen.
„Dieses Nasau liegt irgendwo auf den Fidschi-Inseln, im Pazifik, meine Herren.“
Kurz darauf besaß er die Bankleitzahl des zentralen Geldinstituts in der Hauptstadt Suva, wohin der Löwenanteil überwiesen worden war. Er schrieb alles auf einen Briefbogen, den er Bernd überreichte.
„Sie leisten eine gute Arbeit, Herr Roth“, sagte er abschließend anerkennend, als die Männer sich verabschiedeten. „Ich habe die Fernsehsendung gesehen, hoffentlich klärt sich alles auf. Bald!“
„Dazu haben Sie vielleicht heute beigetragen“, war Bernds knappe Antwort.
Lothar und Bernd bedankten sich und verließen zusammen mit Hermann das Bankgebäude.
„Was folgt als nächstes?“ richtete Lothar seine Frage an Bernd, als der blaue Audi die Tiefgarage verließ.
„Ich weiß es nicht.“
In Gedanken jedoch befand sich Bernd bereits im Flugzeug, und einen Wimpernschlag später lief er einen sonnenüberfluteten weißen Sandstrand entlang, mit einem Spalier schräger schattenspendender Palmen, einen Strand, von dem er und Sabine so oft geträumt hatten. …
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