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…  Viele wurden von Arztpraxen … gegen Honorar … in Kliniken eingeliefert. Nicht alle Toten der letzten Hitzeperiode starben tatsächlich … an der Hitze … Der Staat ist … unser Staat ist … bankrott, wir können die Renten … die Sozialleistungen nicht mehr bezahlen, deshalb …“
Die nun entstehende, unerträglich lange Pause mußte sein. Geduldig wartete Bernd, bis er nachfragte.
„Warum ist unser Staat bankrott?“
Diese wichtige Frage sprang den Minister unerwartet heftig an, klammerte sich an sein Seelenleben, zwang ihn, endlich Farbe zu bekennen.
„Es ist wegen … der Börsen. Wir haben das Geld dort … verloren. Die Börsen haben … die Banken haben es dort …“
Es trat eine weitere atemlose Stille ein, während der Meininger vor der Kamera haltlos zu schluchzen begann. Erneut ergriff Bernd das Wort. 
„Meine Damen und Herren, wie Sie sehen, ist Herr Dr. Meininger nicht ganz freiwillig hier her gekommen, seine Aussage jedoch hat er mit eigenen Worten formuliert, ohne irgendeine Anleitung unsererseits. Ist das korrekt, Dr. Meininger?“
Der Finanzminister auf seinem Stuhl nickte nur. 
„Wir können Sie kaum verstehen, Herr Dr. Meininger. Ist das korrekt?“ wiederholte Bernd diese nicht unbedeutende Frage.
„Das ist … korrekt!“ 
„Wer ist für die Durchführung dieser abscheulichen Verbrechen verantwortlich, Herr Minister? Den Namen, bitte.“
„Der Mann heißt … Rudolf Grabow!“
Es folgte ein kurzer Bericht über Grabows Wirkungskreis, was Hermann wieder auf den Plan rief. Bewaffnet mit seiner Fotografie beugte er sich ein wenig vor und hielt sie vor die Kamera. Die beiden anderen Gesichter hatte man zuvor unkenntlich gemacht, sodaß nur Grabows Konterfei zu sehen war, und deutlich zu sehen war.
„Es war seine Idee!“ schrie Meininger plötzlich laut und wollte aufstehen. „Dieser Mann ist ein Teufel …“ 
Lothar wußte ihn schnell zu beruhigen, während Bernd, an die Zuschauer gewandt, einlenkte:
„Ich denke, für exakte Schuldzuweisungen ist es noch etwas verfrüht. Aber niemand wird seiner gerechten Strafe entgehen, auch nicht die beteiligte Justiz …“
Er gab Hermann ein Zeichen, der hob das Bild ein wenig an.
„Dieses Gesicht, meine Damen und Herren, sollten Sie sich genauestens einprägen“, fuhr Bernd fort. „Denn diesen Mann gilt es dingfest zu machen. Schnellstens, weil dieser Mann gefährlich ist. Im Augenblick jedoch scheint er wie vom Erdboden verschluckt. Dieser Mensch ist mitverantwortlich für das Dahinscheiden von Millionen von unschuldigen Pensionären, Rentnern und, wie wir seit heute abend wissen, offenbar auch Arbeitslosen. …
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