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…  Im Gepäck befand sich ihr Beweisstück: Ein randvoller Karton mit schicksalsträchtigen Couverts.
   Über die südliche Ausfallstraße gelangten sie auf die A 643, überquerten den Main, bogen auf die A 60 ab und verließen sie nach kurzer Wegstrecke wieder. Bald schon tauchten die kantigen Gebäude des Senders auf. Es war 18 Uhr dreißig. Lothar steuerte die Schranke an, zeigte dem Pförtner seinen Dienstausweis, sprach ein paar Worte mit dem Mann, schon öffnete sich die Halbschranke und ließ beide Wagen auf das Gelände fahren; der Pförtner war instruiert worden. 
Unweit des Haupteinganges lenkte Lothar das Auto nach links, wo er es vor einem Nebeneingang zum Stehen brachte. Kaum hatte er die Fahrertür geöffnet, als sich jener Eingang auftat, ein Mann heraustrat und sich hinkend den beiden Fahrzeugen näherte.
   Ohne fremde Hilfe wäre die Durchführung ihres Vorhabens nicht einfach und eigentlich nur mit Waffengewalt möglich. Die drei Freunde hatten einen anderen Weg gewählt. Sie hatten sich für fremde Hilfe entschieden, in Gestalt von Herbert, eines ehemaligen Kollegen, der in diesem großen Haus als Sicherheitsbeamter tätig war. Als Folge einer Schußverletzung, im Dienst eingehandelt, die ihn zur Aufgabe seines Berufes zwang, hatte er bei dem Sender einen leichten Posten gefunden, den er trotz seiner Behinderung ausfüllen konnte. Auch er war schon pensioniert, wollte aber nicht zu Hause sitzen. Es war ein kleines Wunder, daß er überhaupt noch lebte - in seinem Alter … 
Der Mann warf dem Gefangenen einen bitterbösen Blick zu, geleitete die Gruppe ins Hauptgebäude und brachte sie im zweiten Stock in einem Besucherzimmer unter, unweit des Nachrichtenstudios. Das Zimmer wurde sogleich abgeschlossen. 
   In die bevorstehende Aktion waren mehrere Personen involviert, die um ihre Zukunft bangen mußten. Zum Teil Personen, mitten im Arbeitsleben stehend und noch ein langes Berufsleben vor sich. Dennoch hatten sie sich bereit erklärt, für diese Sache bedingungslos mitzustreiten. Die meisten von ihnen saßen nun im Besucherzimmer und trugen Uniformen, aber auch von außerhalb war ihnen Hilfe zuteil geworden. Wichtige Hilfe, wie sich kurz zuvor gezeigt hatte.   
Unendlich langsam bewegte sich der große Zeiger der riesigen Uhr an der Wand, berührte soeben die 45, signalisierend, daß es noch 15 Minuten waren bis zu ihrem großen Auftritt. Hermanns Hände wurden feucht, umklammerten das Bild noch fester, als sie es während seiner schwierigen Beschaffung taten. …
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