„Sie müssen sich noch eintragen“, sagte er in beinahe ruhiger Manier, lief zurück in sein Häuschen, wo er ein schwarzes Buch aufschlug und es zusammen mit einem Kugelschreiber unter der Glasscheibe hindurchschob.
Gemächlichen Schrittes war Hermann mit Brutus hinterhergetrottet.
„Hier unten. Bitte!“
Aber Hermann hatte jetzt keine Hand frei. Wenn er die Leine losließ, könnte es passieren, daß Brutus mit dem festen Vorsatz in jenes Häuschen eindrang, seinen nicht sehr sympathischen Insassen Respekt zu lehren. Wenn er die linke Hand von seinem Oberschenkel nahm, fiel das Bild unten aus der Hose auf den Fußboden. Nun war guter Rat teuer.
Unendlich langsam legte Hermann die Leine auf den Schalter neben das Buch und schob seinen rechten Arm darüber. So konnte er wenigstens schreiben, ohne daß allzuviel passierte. Er überlegte kurz, kritzelte einen Namen aufs Papier und drückte das Buch wieder ein Stück zurück, was bedeuten sollte: Das war’s! Ein wenig unleserlich stand jetzt in diesem schwarzen Buch: Micky Mouse.
Der Mann hinterm Glas nahm das Gästebuch, blickt flüchtig hinein, stellte fest, daß er den Namen nicht entziffern konnte und klappte es zusammen. Er hatte seine Pflicht getan, für die mangelhafte Schrift der Besucher war er nicht verantwortlich. Dies faßte Hermann als seine endgültige Entlassung auf und schenkte dem Mann ein unsicheres Lächeln.
Sein Gemütszustand hatte sich nur wenig beruhigt. Den Hund an der Rechten, die Linke nach wie vor fest im Hosenstoff verkrallt, so humpelte Hermann vorsichtig aus dem turmhohen Versicherungsgebäude direkt auf den Bürgersteig hinaus. Dort angekommen, rutschte ihm der Rahmen endgültig aus dem Hosenbein und landete auf dem Pflaster, das Glas brach. Hermann versuchte ruhig zu bleiben. Vom Innern des Gebäudes konnte man wahrscheinlich nichts Auffälliges erkennen, also winkte er einem Taxifahrer. Doch der mußte zuerst wenden, bis er endlich direkt am Bordstein neben Hermann hielt. Schnell bückte der sich, hob das Bild auf, öffnete die Tür, und im Nu saßen er und Brutus im Taxi.
„Fahren Sie los, Mann!“
Ein wenig zu laut hatte Hermann gerufen, und wie eine Flucht muß es der Fahrer auch empfunden haben, denn er gab sofort Gas, ohne die Zielrichtung zu kennen. Dies alles war Hermann gleichgültig. Er wollte nur weg hier.
Schon an der nächsten Ampel konnte er dem Fahrer sein Ziel nennen, denn unter dem Namen des Photolabors stand die Straße zusammen mit der Hausnummer. …
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