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…  Sehr zum Verdruß der leer ausgegangenen Partei. Dies aber war ein Wechselspiel, von beiden Seiten praktiziert.
„Hatten Sie nicht damals den Fall Mohamed bearbeitet? Diese Kinderdrogenaffäre?“ fragte Frau Hindemith unvermittelt, Lothar sah sie an und überlegte. 
Der Fall Mohamed hatte seinerzeit für Furore gesorgt. In einer Frankfurter Grundschule wurden Mengen harter Drogen gefunden, für deren Verteilung ein gewisser Mohamed verantwortlich gewesen war. Der Junge algerischer Herkunft hatte die Dreistigkeit besessen und gestohlene Ware an Mitschüler verschenkt. Zu Beginn. 
Die Drogen stammten von seinem Onkel, in der Frankfurter Szene kein unbeschriebenes Blatt, der sich den Verlust zunächst nicht erklären konnte. Später verkaufte Mohamed den brisanten Stoff, wurde geschnappt, mußte aufgrund seiner Minderjährigkeit aber wieder auf freien Fuß gesetzt werden. Die Vorfälle wiederholten sich, die Drogenfahnder waren machtlos. Auch ausweisen konnte man den Jungen nicht, seines geringen Alters wegen. Irgendwann wurde er tot im Main gefunden, die Sache verlief im Sande. Man hielt den Onkel für den Drahtzieher, es ließ sich jedoch nicht beweisen. Noch heute lag die Akte ungeschlossen in Lothars Schrank. 
„Und hatten Sie nicht mit Hauptkommissar … Bernd Roth zu tun? Einem Kollegen aus Wiesbaden?“ setzte die Staatsanwältin nach.
Auch das entsprach der Wahrheit. Bernd war es gewesen, der den Onkel überhaupt erst ins Spiel gebracht hatte, als der bei einer Verkehrskontrolle mit ‚Stoff’ erwischt worden war. Auf diese Weise hatten er und Bernd sich kennengelernt. Aber das wußte die Frau bereits. Schließlich hatte sie damals die Sache bearbeitet. Warum also horchte sie ihn aus? 
Lothar beantwortete beide Fragen mit ja und erkundigte sich, wann er mit Grabow reden könne, was sie kategorisch ablehnte. 
„Das fällt nicht mehr in Ihr Ressort, Herr Schmidt. Die Angelegenheit liegt jetzt bei der Staatsanwaltschaft.“ Und ein dunkles Augenpaar bohrte sich in Lothars Gesicht. „Bei mir, Herr Schmidt! Ich hoffe, Sie halten sich daran.“
Solveigh Hindemith war aufgestanden, hatte flüchtig gegrüßt und Lothars Büro verlassen, ohne etwas in Erfahrung gebracht zu haben. Noch am selben Abend wurde auf Lothar geschossen. Mit einem ausländischen Gewehr, wie die Untersuchung des Geschosses ergab. Es handelte sich um eine amerikanische Präzisionswaffe allererster Güte. Der Schütze hatte Lothar wohl nur deshalb nicht richtig getroffen, weil sich sein Wagen in Bewegung befand. …
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