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…  Ein Mann in den Vierzigern, gutaussehend, mit wachen intelligenten Augen. Darunter stand: ‚Am gestrigen Dienstag verstarb unser Mitarbeiter Joachim Schrade, 41, plötzlich und völlig unerwartet. Hermann ließ die Zeitung sinken.
Er kannte den Mann nicht, war deshalb auch nicht sonderlich berührt von seinem Tod. Erst als er das Schriftstück wieder vom Tisch nahm und durchlas, wurde ihm bewußt, warum dieser Mann sterben mußte.
‚Wie bankrott ist unser Staat?’ begann der Aufsatz mit der provokativen Frage des Journalisten, und die Antwort darauf ließ nicht lange auf sich warten. Die Bundesbank verweigerte dem Finanzministerium weitere Anleihen, stand da zu lesen, trotz aller vorherigen Vereinbarungen; es war dies das erste Mal seit der Gründung des Staates. Die Schuldenlast der Regierung hatte mit fast 2 ½  Billionen Euro einen historischen Höchststand erreicht – mehr als die siebenfache Menge eines Jahresetats - und die Staatsbank zog quasi die Notbremse; viel zu spät, wie der Autor richtig bemerkte. 
Alleine die Tilgung der Zinsen dieser enormen Schuldenlast verschlang über ein Drittel des Jahresetats der Bundesregierung. Die Deutsche Zentralbank hatte mit ihren nicht versiegen wollenden und daher von der Politik in unverantwortlicher, in geradezu fahrlässiger Weise in Anspruch genommen Krediten ohne jegliche Sicherheitsleistungen den Grundstock gelegt für die nun de facto eingetretene Zahlungsunfähigkeit des Staates. Von einer Rückzahlung der Schulden war ohnehin nie die Rede. Wo aber war das viele Geld geblieben?  
Der Journalist Schrade hatte augenscheinlich gut recherchiert, denn in der Folge trat zutage, daß ein Frankfurter Börsenmakler, zudem ein Schwager des ‚verstorbenen’ Finanzsekretärs, von in der Geschichte einzigartigen Summen berichtete, die von seiten der Regierung an die Börse transferiert worden waren. Unerlaubterweise! Wer Gelder, die ihm nicht gehörten, die er überdies zu verwalten hatte, zu Spekulationen benutzte, handelte illegal. Wären die Kurse nach oben geklettert, niemand hätte davon erfahren, dem aber war nicht so. Zu Beginn jeder Transaktion stiegen die Kurse in der Tat an, paßten sich allerdings sehr schnell den allgemeinen pessimistischen Tendenzen an, und die Milliardensummen versickerten in den Töpfen der Aktiengesellschaften. Zwar standen deren Kurse im Keller - die ausländischen Kapitalmärkte hatten sich längst vom deutschen Markt zurückgezogen - das Kapital in seiner Ganzheit jedoch war noch vorhanden. …
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