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…  Bernd lächelte. 
„Es besteht kaum eine Gefahr, wirklich nicht. Lothars Leute sind zuverlässig. Wir werden die Lage jederzeit unter Kontrolle haben, Hermann. Wenn nicht etwas Unerwartetes geschieht.“
Vom Hof herauf drang das Geräusch eines ankommenden Wagens, welches das inzwischen wiederaufgeflammte Liebesgeplänkel auf der Dachrinne übertönte. Der Motor wurde ausgeschaltet, Türen öffneten sich, die Insassen entstiegen dem Gefährt und begaben sich mit ihrem ‚Gast’ ins Gebäude, von Bernd genauestens observiert. 
„Sie sind da!“ war sein ganzer Kommentar. 
Sein entspanntes Ausatmen jedoch zeigte Hermann, daß ihm ein Stein vom Herzen gefallen war. Denn dieser Gast war wichtig für den heutigen Abend, er war quasi die Schlüsselfigur zum Gelingen des ganzen Unternehmens. 
Minuten später war Lothar zurück.
„Wir haben ihn im Keller untergebracht, in einer der Ausnüchterungszellen. Dort mag er schreien, wenn er will. Niemand wird ihn hören.“
Kurz darauf erschienen auch die vier Uniformierten im Zimmer, locker und gelöst verteilten sie sich im Raum, nachdem sie sich mit Hermann und Bernd bekannt gemacht hatten. Alle Anwesenden warteten nun auf den Startschuß. Die Uhr zeigte kurz vor halb sechs. Dieses Vorhaben mußte generalstabsmäßig ablaufen. In knapp einer halben Stunde mußten sie losfahren. Noch einmal wurden Details besprochen, die ohnehin jeder kannte. Dies geschah in einer ruhigen Atmosphäre, geprägt vom gegenseitigen Respekt und von der ungewöhnlichen Aktion, die ihnen allen bevorstand. Und die in der Geschichte des Landes ohne Beispiel war. 
„Nehmen wir ihm die Handschellen ab, wenn wir hineingehen?“ fragte einer der Beamten in Uniform.
„Das weiß ich noch nicht“, entgegnete Bernd mit Blick auf Lothar. „Aufsehen können wir keines gebrauchen. Im Gegenteil. Unser Erscheinen muß eine große Ruhe verbreiten. Hoffentlich begreift das auch unser ‚Freund’.“
Und sein Blick wanderte hinüber zum silbernen Koffer mit dem gefährlichen Inhalt. Lothar bemerkte es, klopfte einmal auf seine Waffe an der Schulter und meinte:
„Ich denke, das haben wir ihm vorhin unmißverständlich klar gemacht, oder?“
Zwei der Uniformierten nickten zustimmend, damit war das Thema abgehakt. 
Als alle Einzelheiten durchgesprochen waren, war es kurz nach 18 Uhr. Man brach auf. Nach wenigen Minuten saßen sie in zwei zivilen Dienstfahrzeugen. Bernd, Hermann, einer der Beamten und Lothar im einen, die anderen zusammen mit ihrem ‚Ehrengast’ im zweiten, und fuhren Richtung Mainz. …
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