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…  Dieses Foto war ein wichtiger Bestandteil ihres Planes, wenn nicht der wichtigste. Hermanns Atem begann an Geschwindigkeit zuzunehmen. Bernd registrierte es und legte dem Freund die Hand auf die Schulter.
„Du brauchst nicht mit hinein zu gehen, wenn du nicht willst“, sagte er kameradschaftlich. 
Auf alles hätte Hermann verzichtet, nicht jedoch auf dieses bevorstehende Erlebnis. Sofort stand er auf, zeigte seine Entschlossenheit und erkannte auch die von Bernd, der überhaupt keine Nerven zu haben schien. Wie ein Fels in der Brandung stand er im Zimmer, unerschütterlich, lächelte ein klein wenig. Nur sein Blick auf die Uhr zeigte, auch er stand unter Anspannung, wie alle anderen. 18 Uhr 49. Noch elf Minuten. 
Die Tür öffnete sich, ihr persönlicher Sicherheitsbeamter Herbert zeigte sich kurz, gab Zeichen, daß alles in Ordnung war und schloß wieder ab.
Bernd hatte sich dafür entschieden, noch vor Beginn der Nachrichten ins Studio einzudringen, um, wie er dachte, auf diese Weise die geringstmögliche Unruhe ins Spiel zu bringen. Die Aufregung eines Nachrichtensprechers, der inmitten seiner Vorbereitungen unterbrochen werden würde, wurde ebenso berücksichtigt wie das Verhalten der übrigen Anwesenden, als da waren Beleuchter, Toningenieure, Regisseur und wer sonst noch beteiligt war am Entstehen einer Nachrichtensendung. 18 Uhr 53.
Lautlos öffnete sich die Tür, Herbert winkte, alle erhoben sich, nur der ‚Gast’ in Pantoffeln blieb störrisch sitzen. Lothar stellte sich neben ihn, und wie in einem billigen Krimi zeigte er ihm seine Waffe im Halfter, das wirkte. Sofort erhob sich auch die Hauptperson des heutigen Abends, gemeinsam liefen sie die wenigen Schritte durch den Flur, bis alle vor einer dicken, schalldichten Studiotür stehen blieben, über deren Rahmen eine rote Lampe leuchtete.      
18 Uhr 55.
Bernd betrat als erster das hellerleuchtete Studio, dicht gefolgt von der Gruppe. Einer der Uniformierten postierte sich vor der Tür, die übrigen verteilten sich strategisch klug im Raum, besetzten als erstes die beiden Ausgänge und versuchten nebenbei noch die Mitarbeiter zu beruhigen. Vorsichtig stellte einer der Polizisten den wichtigen Beweiskarton mit dem tödlichen Inhalt auf den Tisch des Sprechers, der gerade seine Papiere ordnete, und plazierte ihn am Rand. Hermann zog sich in einen Winkel zurück, um nicht zu stören, während Lothar nicht von der Seite des gefesselten Gastes wich, der sich demonstrativ zur Wand hin drehte. …
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