Auch der auf eigenen nachdrücklichen Wunsch reaktivierte Bernd befaßte sich zusammen mit Lothar in dessen Dezernat mit dem Auffinden flüchtiger Abgeordneter, in erster Linie aber mit der Suche nach dem untergetauchten Grabow. Hinweise aus der Bevölkerung gab es wenige, Grabow schien in den vergangenen Jahren ein Leben im Verborgenen geführt zu haben. Selbst seinen Nachbarn war er annähernd unbekannt. Ein Grund mehr für Bernd, Grabows Wohnung in Augenschein zu nehmen, die die Freunde vor Tagen schon ausgemacht hatten - dank Hermanns und des eifrigen Fotolabor-Inhabers Mithilfe. Früh morgens machte sich Bernd zusammen mit Lothar und Hermann auf, Grabows Räumlichkeiten zu inspizieren.
Bernds dunkler Audi parkte ein wenig abseits. Er stand unauffällig unter einer scheckigen, von Landschaftsgärtnern während des letzten Herbstes der meisten ihrer dicken Äste beraubten Platane, deren junge Triebe senkrecht in den Himmel ragten, das Licht suchend.
Die drei Freunde überquerten die verkehrsberuhigte Seitenstraße, bogen ein in eine breite Sackgasse, in welcher sie Grabows Domizil wußten. Nach wenigen Minuten hatten sie den Ort erreicht. Sie standen vor einem Mehrfamilienhaus, dreistöckig, von einer eindrucksvollen Penthouse-Wohnung – Grabows Wohnung - gekrönt.
Ohne sich umzusehen, als ob sie hier selbst zu Hause wären, betraten die drei Männer das Haus und fuhren mit dem Lift in die oberste Etage. Es war auffallend ruhig in dem Gebäude. Das Penthouse erstreckte sich über die gesamte dritte Etage, und es war für Lothar nicht einfach, das Sicherheitsschloß zu öffnen. Mit Hilfe eines Universalschlüssels gelang es ihm schließlich, die Männer traten ein.
Hermanns erster Eindruck war der, als beträte er eine seit einiger Zeit verlassene Wohnung. Die Luft in den Räumen stand, die Fenster waren verschlossen, es roch muffig, verbraucht. Allem Anschein nach war Grabow schon seit längerem ausgeflogen. Die drei befaßten sich der Reihe nach mit den zahlreichen Zimmern, aber wonach suchten sie? Nach irgendwelchen Anzeichen, die den derzeitigen Aufenthaltsort Grabows verrieten. Nach noch so geringen Hinweisen, nach einer Spur, die sie aufnehmen konnten. Aber alles Suchen blieb erfolglos. Sie stellten die Wohnung auf den Kopf, Grabow jedoch hatte ganze Arbeit geleistet, sie fanden nichts. Zu ihrem großen Bedauern hatte er seine neue Anschrift nicht hinterlegt. …
Diese Seite hat mir gefallen - weiter lesen ►
...war OK - weiter lesen ►
...sollte überarbeitet werden - weiter lesen ►
...war OK - weiter lesen ►
...sollte überarbeitet werden - weiter lesen ►
◄ zurück blättern
Beurteilen Sie den Text bitte fair.
Ihre echte Einschätzung hilft dem Autor seine Texte zu verbessern.
316 Leser seit 1. Jan. 2026 für diesen Abschnitt
Noch kein Kommentar zu dieser Seite.
Sei der Erste!
Ihre echte Einschätzung hilft dem Autor seine Texte zu verbessern.
316 Leser seit 1. Jan. 2026 für diesen Abschnitt
Noch kein Kommentar zu dieser Seite.
Sei der Erste!