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In einem Fernsehfilm hatte Hermann einst gesehen, daß hinter Bildern zuweilen geheime Verstecke verborgen waren, was ihn animierte, alle Bilderrahmen zu untersuchen. Und in der Tat fand er hinter einer Daumier- Lithographie einen in die Wand eingelassenen kleinen Safe.
„Wie kriegen wir den auf?“ fragte er Lothar.
„Sprengen“, war dessen lapidare Antwort, und er griff zu seinem mobilen Telefon, wählte eine Nummer und sprach ein paar Worte. Sein Gesprächspartner fragte etwas, Lothar lief zum Safe hinüber, nannte seinem Gegenüber den Typ des Safes, eine achtstellige Ziffer und beendete das Gespräch. In der Folgezeit warteten die drei auf das Eintreffen eines Kollegen Lothars. Der Mann war sowohl Sprengstoffexperte als auch Spezialist für das Öffnen von Tresoren. Bevor man sich jedoch für eine Sprengung entschied, ließ man nichts unversucht, eine Safetür auf herkömmlichem Weg zu öffnen. Die leichteste Art war immer noch der Schlüssel. Und für den Beamten war es auch kein Problem, einen passenden Schlüssel zu bekommen. Alle Fabrikanten für Tresore, Waffenschränke und vergleichbare Behältnisse besaßen für jedes ihrer Produkte passende Nachschlüssel, aus Sicherheitsgründen. 
Als der Kollege erschien, hatte er mehrere Schlüssel und Codelisten im Gepäck. Sofort nach der Begrüßung machte er sich ans Werk. Lothar hatte zwar den Typ angegeben, die exakte Zahlenkombination aber stand nicht an dessen Tür; das war verständlich. Daher benötigte der Experte einige Minuten, bevor sich die Tresortür auftat. Ohne einen Blick hinein zu werfen zog er sich zurück und verließ die Wohnung, er hatte noch weitere Aufträge. Nun wurde es interessant.
Sogleich standen Bernd und Lothar am offenen Geheimfach, leerten es und legten den Inhalt auf einen Tisch. Alle drei Männer setzten sich nun im Kreis um die Papiere und begannen, sie zu untersuchen. Einige ältere Aktien besaß Grabow, wie Hermann feststellte. Mittlerweile völlig wertlos.
„Bei welcher Bank?“ fragte Bernd sofort.
Hermann reichte ihm die Papiere, der überflog sie, und ein Lächeln legte sich auf seine Züge.
„Die Bank haben wir“, sagte er knapp. „Ein guter Anfang.“
Der Rest der Unterlagen erwies sich als nutzlos. Sie ließen ihn liegen. Nur Hermann nahm einen Reiseprospekt der Bahamas an sich. Eine strahlende Sonne lachte ihm darauf entgegen. Er steckte ihn in die Tasche. 
   Der nächste Besuch galt Grabows Bank, ein renommiertes Frankfurter Unternehmen. …
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