Es war klar, daß er im Moment niemanden für den Auftrag gewinnen konnte, nach Nasau zu fliegen und Grabow festzunehmen. Im Augenblick waren die Justizbehörden mit anderen Dingen, vor allem aber mit sich selbst beschäftig, wenn sie überhaupt arbeiteten. Nein, diesen Job mußte er selbst übernehmen, sofort, rasch, zielstrebig.
***
Hermanns Schulter schmerzte. Er wußte nicht, wie oft er an diesem Vormittag das ‚Bumerang-Stöckchen’ in den Wald geworfen hatte. Der Name rührte daher, weil es immer wiederkam, so oft er es auch wegwarf. Brutus war verrückt nach jedem Gegenstand, der von Hermanns Hand, der von irgendeiner Hand weggeschleudert wurde, und bevor er erschöpft war, ermattete im allgemeinen der Arm eines jeden Werfers.
Auch ließ sich der riesige Hund nicht täuschen. Wenn Hermann nur vorgab, er würde den Stock in die eine Richtung werfen, rannte Brutus nicht blindlings davon. Nein, seine Augen blieben auf Hermanns Hand geheftet, und erst, wenn der Stock tatsächlich in die Luft flog, hetzte er hinterher, um kurze Zeit später genüßlich darauf herumkauend zu Hermann zurück zu galoppieren. Das Tier wurde nicht müde; aber der Mensch.
„Nun ist aber Schluß. Mein Arm tut weh. Ich kann nicht mehr werfen!“
Als ignorierte er die Worte seines Herrchens, so gespannt stand der graue Wolfshund weiterhin vor Hermann, bereit, sogleich wieder loszujagen.
„Nein! Aus! Vorbei.“
Mit seiner Kraft ging auch Hermanns Geduld zu Ende. Er schleuderte den dicken Stock mit der anderen Hand achtlos in die Büsche und ging weiter. Hier war der Wald dicht, Brutus würde eine Weile brauchen, den Stock aufzuspüren, Hermann machte sich auf den Weg zur Bank, er wollte sich nur hinsetzen, nur etwas ausruhen. Seine Schritte wurden länger, die Bank war nicht mehr weit.
Hinter sich vernahm er das aufgeregte Trippeln und Keuchen des Tieres, den Stock schon im vorgereckten Maul, ihn abzugeben, was er immer ohne Widerstreben tat. Diesmal aber ließ Hermann den Knüppel wo er war, im Hundemaul. Bis zur Bank waren es noch wenige Meter, er konnte sie schon sehen – aber sie war besetzt, wie er enttäuscht erkennen mußte. Eine Person saß in gebückter Haltung darauf. Beim Herannahen registrierte Hermann, daß diese Person sich den Fußknöchel hielt, sie hatte Schmerzen. Es war eine junge Frau.
„Haben Sie sich verletzt?“ fragte er, als er an der Bank anlangte. „Kann ich Ihnen helfen?“
Die Frau schüttelte den Kopf, rieb sich aber weiterhin den linken Knöchel. …
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