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…  Aber auch hier gelang es ihnen kaum, den Jet im Griff zu halten. 
Die unglaublichen Windgewalten in jeder körperlichen und strukturellen Faser spürend, wollten sie ursprünglich nach Sydney oder Brisbane umkehren, aber der Gegenwind wäre zu heftig gewesen. Der Monsun zeigte sich von seiner unangenehmsten Seite, zudem setzte er dieses Jahr ein paar Wochen zu früh ein.  
Als weitere Ausweichmöglichkeit kam Wellington, Neuseeland, in Frage, aber das verwarf der erfahrene Flugzeugführer schnell. Erstens hätte ihn der starke Seitenwind weit vom Kurs abgebracht, zweitens war der nicht vollbesetzte und somit nicht voll betankte Düsenjet derart leicht, daß er den Windgeschwindigkeiten von über 120 km/h bei einer Landung nicht zu trotzen imstande gewesen wäre. 
Letztendlich entschloß sich der Kapitän für eine unplanmäßige Zwischenlandung auf Neu-Kaledonien. Aber der Flughafen der Hauptstadt Nouméa war wegen des Sturms gesperrt. In Bourail, einer  Stadt an der Westküste, war die Piste für eine Boing 727 jedoch etwas zu kurz, wie er über Funk erfahren mußte. Ebenso weiter nordwestlich in Koné. Ergo blieb dem Manne nichts weiter übrig als zu versuchen, die Fidschis doch noch zu erreichen. Gerade hatte er den neuen Kurs eingeschlagen, als ein heftiger Windstoß das Seitenruder so stark beschädigte, daß die Maschine annähernd manövrierunfähig wurde. 
Weit im Norden die Neukaledonische Küste schon in Sicht, vor sich den offenen Pazifik, versuchte der Pilot, den schwankenden Jet zur Küste hin zu steuern. Dies mußte er alleine mit den Triebwerken vollbringen, weil das Seitenruder seinen Befehlen nicht mehr gehorchte und selbst flache Kurven in dieser geringen Höhe über Wasser lebensgefährlich waren. Sein Co-Pilot redete mit dem Flughafen Bourail, gab pausenlos Situationsberichte durch, versuchte verzweifelt, den Ort des wahrscheinlich in Kürze erfolgenden Niedergangs zu bestimmen. Zwischen Flugzeug und Meeresoberfläche befanden sich nurmehr weniger als zehn Meter. 
Inmitten der verängstigten Passagiere saßen Bernd und Lothar, bereiteten sich auf eine Notwasserung vor, hielten ihre Unterarme vors Gesicht, und den Oberkörper weit nach vorne gelegt, erwarteten sie den Aufschlag. 
   Der gesamte Flug stand bisher unter keinem guten Stern. Schon die erste Landung in Bangkok erwies sich als pures Glücksspiel, das die Maschine, und mit ihr die Insassen, allein durch einen gekonnten Hasardeurritt des Kapitäns nur leicht lädiert überstand. …
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