Lothar, an seinem Schreibtisch sitzend, griff den Hörer, es meldete sich seine Truppe. Kurz nur war der Dialog, der Beamte legte auf.
„Sie sind in zwei Minuten hier.“
Lothar trug seine Dienstwaffe im Halfter, zog sich seine Jacke über und machte Anstalten den Raum zu verlassen. Bernd und Hermann brauchten nicht mitzukommen, das erledigte er alleine.
„Ich bin gleich zurück“, sagte er nur und ging aus dem Zimmer.
Auch Bernd hatte seine Waffe mitgebracht. Sie lag in einem silbernen Koffer, einem Behältnis für Fotoapparate nicht unähnlich, war geladen und griffbereit. Er hatte, wie übrigens Lothar auch, nicht vor, davon Gebrauch zu machen. Aber eine Waffe in der Hand war meist ein überzeugendes Mittel bei Menschen, die sich ansonsten vernünftigen Argumenten gegenüber verschlossen zeigten.
Der friedliebende Hermann wahrte Schußwaffen gegenüber eine gewisse Distanz. Sie waren ihm nicht geheuer. Mit ihrer Hilfe war es dem modernen Menschen möglich, diese uralte, im Laufe von Hunderttausenden von Jahren gewachsene Schwelle zu überschreiten, die einen Artgenossen vor dem anderen schützen sollte. Als es jene präzisen Tötungswerkzeuge noch nicht gab, als man sich Auge in Auge mit seinem Widersacher fand, sich mindestens auf Bogenschußweite zu nähern hatte, das Gesicht seines Opponenten sah, sehen mußte, bedurfte es erheblich mehr Überwindung, den entscheidenden Schritt zu tun, als dies heutzutage der Fall war. In diesem einen Augenblick lebte das Opfer, befand sich bei bester Gesundheit. Im nächsten Moment, nach nur einem einzigen, beinahe belanglosen Krümmen des Fingers, lag der Kontrahent tot am Boden. Mit Gewehren war es noch einfacher, denn dabei versteckte sich der Tod hinter einer unangreifbaren Anonymität. Das mochte Hermann nicht.
„Aufgeregt?“ fragte Bernd unvermittelt vom Fenster herüber.
Seine innere Unruhe spürte Hermann wohl, wollte dem Freund jedoch nicht noch zusätzliche Sorgen bereiten, daher wiegte er nur seinen Kopf ein wenig, was besagen sollte: Ja, ein wenig, vielleicht. …
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