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… 
„Nasau“, erwiderte einer der beiden und lachte.
Glücklich, ein vertrautes Wort gehört zu haben, zeigte der Mann nach Südwesten. Grabow wollte wissen, wie viele Stunden die Fahrt dorthin dauern würde, zeigte mit seinen Fingern auf seine Uhr: Vier oder fünf? Aber die beiden verstanden ihn nicht. Ohne erkennbaren Grund steuerte der Mann am Ruder das Boot nach Süden, direkt auf die mächtige Insel zu, in der Dämmerung kaum mehr auszumachen. Gierig trank Grabow von dem Wasser, das sie ihm reichten, ansonsten ließ er sich sorglos von den beiden Fischern, deren Boot und dem mäßigen Wind zur Küste hin treiben, es dauerte Stunden. 
Mitten in der Nacht landeten sie an, versorgten ihren dürftigen Fang und brachten Grabow in eine an Bescheidenheit nicht zu übertreffende Hütte. Der legte sich auf eine dünne Bastmatte und versuchte, dem kommenden Tag entgegenzuschlafen.

***

   Richter a. D. Ewald Stark war um seine Aufgabe wahrlich nicht zu beneiden! Das ihm zugeteilte Büro in der Frankfurter Börse wurde schnell zu klein, die Beweismaterialien stapelten sich zuweilen fast bis hinauf zur Decke, im Raum standen zwei Leitern, ohne die ein Arbeiten nicht mehr möglich war. Unterteilt war das Material in zwei große Bereiche: Der eine betraf die Börse selbst und ihre dubiosen Geschäfte mit dem Staat. Der zweite beschäftigte sich mit den Verbrechen der Politik gegen die Menschlichkeit! Noch war nicht klar, welcher von beiden der umfangreichere werden würde; zu eng waren sie miteinander verwoben.  
Dem pensionierten Richter zur Seite standen mehrere Staatsanwälte, auch sie eigentlich längst im Ruhestand und daher mit besonderer Akribie bei der Sache. Alles was gefunden wurde erhielt eine Akte zugeteilt; auf die etwas einfachere Computerarchivierung wollte sich Stark nicht verlassen. Computerdaten konnten allzuleicht wieder gelöscht oder manipuliert werden, diesem Risiko durfte man sich nicht aussetzen. Und obwohl der Gedanke, daß alle jene Akten in diesem Raum auf ein paar winzigen CDs Platz fanden, Richter Stark durchaus gefiel, verzichtete er auf die Akten nicht. Schwarz auf weiß wollte er darlegen, was an Gemeinheiten von seiten der Politik geäußert, was an Schmiergeldern geflossen, an Vermögen verschoben, an Geldern unterschlagen worden und an menschlicher Niedertracht geschehen war. Es übertraf alles bisher Erlebte. 
Die verschobenen Milliardensummen an der Börse und die offenkundige schamlose Steuerverschwendung waren eine Sache. …
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