Die Shell Oil betrieb vor den Küsten der Fidschis mehrere Ölplattformen. Besagtes Schiff, ein ausgedientes Schnellboot der amerikanischen Marine, ausgerüstet mit bärenstarken Motoren, vermochte die ca. 90 km lange Strecke vom auf der Nordinsel gelegenen Ndalomo nach Rakiraki, auf der Südinsel, in weniger als drei Stunden zurückzulegen. Von dort aus wollten sie mit dem Bus an die Südküste hinunter nach Nausori. Wenn alles nach Plan verlief, würden sie den nordöstlich von Suva gelegenen Flughafen der Hauptstadt gegen Abend erreichen.
Die Lufthansamaschine nach Frankfurt startete in Sydney um 3 Uhr Ortszeit. In der australischen Hafenstadt blieben ihnen gerade mal 60 Minuten Aufenthalt. Das könnte knapp werden. Aber fürs erste mußten sie den Bus in Rakiraki erwischen.
Tränenreich war der Abschied vom Hotel nicht gewesen. Die beiden ‚Schweizer’ hatten sich bereiterklärt, Grabow nach Sydney zu begleiten und ihn sicher in eine Frachtmaschine nach Südamerika zu bringen. Gleich nach dem Frühstück war das Trio aufgebrochen, nur mit dem Nötigsten ausgestattet. Bernd und Lothar hatten ohnehin das meiste bei der Notwasserung verloren, beide trugen lediglich je eine große Tasche bei sich.
Viel mehr besaß auch Grabow nicht, er hatte alles zurückgelassen, was er nicht unbedingt brauchte. Unauffällig mußte er von der Hotelanlage verschwinden, durfte mit keiner Geste andeuten, daß er an eine Rückkehr gar nicht dachte. Sein wichtigstes Utensil - eine neue, prallgefüllte Stofftasche, mit deren Inhalt von 100 000.- Dollar er sich den Weg in die Freiheit zu erkaufen gedachte, den Weg nach Südamerika, nach Uruguay – trug er eng am Körper unter einer leichten Sommerjacke. Er hatte sie sich in Nasau beschafft, seine alte blieb zusammen mit dem Boot verschollen.
Die Tasche war fest mit seinem ledernen Gürtel verbunden. Im Innern befand sich zudem jenes überaus kostbare Dokument, welches ihn als Besitzer eines Kontos bei der Zentralbank in Montevideo auswies. Dieser Schweizer Bernd Reuter hatte alles für ihn erledigt, ohne auch nur zu ahnen, welches Vermögen sich hinter dieser Nummer verbarg. Völlig ahnungslos, beinahe naiv hatte er ihm das verschlossene Couvert überreicht. Aber die Schweizer waren ja bekannt dafür, daß sie nicht die schnellsten waren. …
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