„Wir werden den Container von den Fidschis als letzten beladen“, sagte der Kapitän. „Danach geht es sofort los. Sie und Ihr Begleiter sollten sich rechtzeitig von ihm verabschieden. Sie beide fliegen vorne bei uns mit.“
Besorgt schaute Bernd auf die zahllosen Fenster der riesigen Frachtmaschine.
„Das ist nicht gut. Wenn er seinen Container verlassen sollte, sieht er eventuell in welche Richtung wir fliegen“, äußerte er seine Bedenken.
„Fenster gibt es nur im Oberstockwerk. Die unteren sind mit Metall verkleidet. Da kann niemand durchschauen!“ war die Antwort des Kapitäns.
Bernd nickte beruhigt und schaute auf eine der Flughafenuhren. 2 Uhr 25. Er stellte seine eigene Uhr auf die Ortszeit um. Im Norden und Westen erstrahlten die Lichter der großen Stadt, von Süden her schickte eine weite Bucht ihren milchigen Dunststreifen herüber.
Die Zeit im dunklen Container verrann zäh. Lothar war damit beschäftigt Grabow zu beruhigen. Denn der äußerte seine Zweifel immer lautstärker. Inzwischen waren es nur noch 20 Minuten bis zum Start.
„Wo bleibt denn dieser Reuter?“ wollte Grabow ungehalten wissen.
„Er wird gleich wieder hier sein“, suchte Lothar ihn ruhig zu halten.
„Aber die Maschine nach Südamerika geht schon in wenigen Minuten!“
Beinahe hysterisch keuchte Grabow seinen Unwillen mitten in Lothars Gesicht. Der faßte ihn beim Arm, drückte ihn sachte, aber das mochte Grabow nicht und entzog ihm den Arm unwillig. Zu nahe war Lothars Hand an sein Geldtäschchen geraten; das mochte er noch weniger. Alle Sinne gespannt warteten die beiden Männer in der unheimlichen Stille. Soeben schaute Grabow erneut auf seine Uhr, als die Tür des Containers geöffnet wurde und Bernd davor stand.
„Wir verlassen Sie jetzt, Rudolf“, sagte er knapp und griff seine Tasche, während Lothar ausstieg. „Denken Sie immer an eines: Man darf Sie bei der Brasil Air nicht finden. Sie sind offiziell gar nicht an Bord! Warten Sie bis Sie gelandet sind, bevor Sie den Container verlassen. Mindestens 15 Stunden. Solange wird der Flug nach Rio dauern.“
Danach drückte er Grabow die Hand, Lothar tat es ihm gleich.
„Guten Flug!“ wünschte er ihm.
Die Tür wurde verschlossen. Grabow hatte sich nicht bedankt, nur stumm genickt. …
Diese Seite hat mir gefallen - weiter lesen ►
...war OK - weiter lesen ►
...sollte überarbeitet werden - weiter lesen ►
...war OK - weiter lesen ►
...sollte überarbeitet werden - weiter lesen ►
◄ zurück blättern
Beurteilen Sie den Text bitte fair.
Ihre echte Einschätzung hilft dem Autor seine Texte zu verbessern.
341 Leser seit 1. Jan. 2026 für diesen Abschnitt
Noch kein Kommentar zu dieser Seite.
Sei der Erste!
Ihre echte Einschätzung hilft dem Autor seine Texte zu verbessern.
341 Leser seit 1. Jan. 2026 für diesen Abschnitt
Noch kein Kommentar zu dieser Seite.
Sei der Erste!