Der Saab raste auf einen der Alleebäume zu, drohte ihn frontal zu rammen. Benommen versuchte Stark, seinen Arm aus dem Lenkrad zu befreien, wodurch die Räder noch mehr nach rechts gelenkt wurden. Das Cabrio schob sich zwischen zwei Kastanien hindurch, übersprang den Straßengraben, wobei der Fuß vom Gas rutschte, und schlitterte quer über das angrenzende Feld, bis es schließlich auf einer sumpfigen Wiese zum Stehen kam.
Aus der Entfernung konnte M alles genauestens beobachten und war zufrieden. In aller Ruhe löste er die Waffe vom Stativ, zerlegte sie, verstaute sie im Koffer, klappte das Dreibein zusammen und verließ den Laderaum.
Eile hatte er keine. Entspannt setzte er sich hinters Lenkrad, startete den Motor, und nach einem kurzen Blick in den Rückspiegel trat er aufs Gaspedal. Wieder hatte er einen Auftrag ausgeführt, zu seiner und seiner Auftraggeber Zufriedenheit. Der weiße Lieferwagen mit der Aufschrift: Wir erledigen es für Sie entfernte sich vom Geschehen.
Der jugendliche Radfahrer traute seinen Augen nicht, als ihm das dunkle Cabrio entgegen raste. Als hätte der Fahrer etwas zuviel getrunken, so wankte es über die Mittellinie und wieder zurück, bis es schließlich zwischen zwei Bäumen die Straße verließ und irgendwann stehen blieb. So fest er konnte trat der junge Mann in die Pedale, und noch vor dem Getränkewagen erreichte er das Unfallfahrzeug. Das Rad ließ er einfach fallen, lief zum Saab hinüber und starrte den Fahrer an. Der Richter lag auf dem Beifahrersitz, hatte die Augen geschlossen und atmete schwer. Der Radler griff in seine Tasche und zog ein Mobiltelefon heraus.
Richter Ewald Stark hatte die Beziehung zur Gegenwart verloren. Kaum, daß er das glühenden Brennen in seinem linken Oberarm spürte. In seinem Kopf wirbelten dumpfe Gedanken um die Wette. Riesige Bäume sah er vorüberziehen, endlose Zahlenreihen, winzige Vögel, Lenkräder, Hustenbonbons. Als die Bilder blasser wurden, sank er in eine tiefe Nacht. Das Eintreffen des Notarztes nahm er nicht mehr wahr.
***
Juri stellte den grünen Mietwagen im Parkhaus des Frankfurter Flughafens ab, stieg aus, putzte gewohnheitsmäßig seine dicke Brille und suchte nach den Hinweispfeilen, die ihn zum Terminal leiten sollten. Es war übersichtlich. Der erste Weg führte ihn zum Fahrstuhl.
Nach dem Betreten des Terminals steuerte er eine der großen schwarzen Tafeln mit Unmengen weißer Buchstaben und Zahlen an, auf der Suche nach einem bestimmten Flug. …
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