Das Putzen seiner Brillengläser war zu einer Gewohnheit geworden, was meist nichts mit deren tatsächlichem Zustand zu tun hatte. Immer, wenn er konzentriert nachdachte, nahm er sie ab und begann, die dicken Gläser mit einem feinen Leder abzureiben. Minutenlang zuweilen. In aller Regel waren die Gläser hinterher ebenso rein wie vorher. Das störte ihn wenig. Es war ein Tick.
Die Sonne stieg auf ihrer Bahn empor, Juri stand im Schatten eines riesenhaften Bauwerkes, beobachtete das Starten und Landen der Frachtmaschinen und rauchte. Was ihm ein wenig die Zeit vertrieb, ihm sogar ab und zu ein Lächeln entlockte, war der für ihn außerordentlich erfreuliche Gedanke, in Kürze wieder ins Revier fahren zu dürfen, wie Herr A ihm während des Telefonats zugesichert hatte. Mit dem schweren LKW und dessen vorwiegend metallener Fracht …
***
In 11 000 Meter Höhe, über dem strahlenden Morgenhimmel Bulgariens, servierte diesmal der Co-Pilot den beiden Fluggästen ein zweites Frühstück und stellte die imposante Handlampe, um die sie gebeten hatten, daneben, bevor er sich wieder empfahl.
Die Freunde hatten sich abgewechselt, Lothar die letzte Wache übernehmen dürfen, er war der Jüngere. Sachte stieß er Bernd mit der Hand an. Sofort war jener munter, setzte sich gerade, brachte einen dieser handlichen Klapptische in Positur und sie speisten. Ein tiefes Schlafen war ihnen in einem Flugzeug ohnehin nicht möglich. Stets vergingen nur wenige Minuten vom Einschlafen bis zum Wiedererwachen, was zum großen Teil an der unbequemen Sitzhaltung lag.
Zweimal war Lothar während des Fluges unten beim Container gewesen, um zu prüfen, ob alles in Ordnung war; er hatte nichts Ungewöhnliches feststellen können. Es war ruhig geblieben. Dennoch, Sicherheit oder gar Zufriedenheit wollte sich bei keinem von beiden einstellen.
„Erst wenn dieser Grabow in Gewahrsam ist, werde ich mich entspannen“, hatte Bernd noch kurz nach dem Abflug in Sydney gesagt. „Dieser Mensch hat jede Menge Überraschungen parat, dem würde ich niemals trauen. Nicht einmal, wenn er in Ketten vor mir stünde.“
Noch über Australien kam von Lothar der Vorschlag, Grabow etwa eine Stunde vor der Landung aus seiner ‚Kabine’ zu holen und ihm zu offenbaren, wohin die Reise tatsächlich ging. …
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