Singhs Karriere verlief durchaus nicht geradlinig. Als sechstes Kind einer Wäscherin und eines Schwefelsammlers verbrachte er seine Jugend in der Umgebung von Maddipenta - etwa 150 Kilometer südlich von Hyderabad gelegen - mit dem Fangen von Schlangen, denen er das Gift entnahm und sammelte. Schon im Kindesalter waren ihm die wundersamen Wirkstoffe des Schlangengifts bestens vertraut.
Und bereits in jungen Jahren experimentierte er mit verschiedenen Giftmischungen, mußte jedoch die dortige Schule nach vier Jahren verlassen, nachdem einer seiner Lehrer kurz nach der Zeugnisvergabe auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen war; aber eine direkte Beteiligung konnte ihm nie nachgewiesen werden.
In der Folgezeit durfte er zusammen mit seinem Vater Schwefel vom nahe gelegenen Plato nach Maddipenta tragen. An den dortigen Steilhängen trat das ätzende Element aus Rissen im Erdboden als gelber überriechender Dampf zutage, kristallisierte an der Luft und legte sich wie ein fester, teilweise mehrere Zentimeter dicker Mineralienteppich auf den Untergrund, wo er von den Arbeitern mit primitivem Werkzeug abgeschlagen und in Körben zum Dorf geschleppt wurde. Ein überaus harter Broterwerb, besonders für den Jungen.
Es lag auf der Hand, daß diese Tätigkeit den Knaben nicht zufrieden-stellen konnte. Seine Domäne war von je her die Chemie, und so dauerte es nicht lange, bis ein Dorfapotheker auf ihn aufmerksam wurde und es irgendwie schaffte, dem Jungen eine Ausbildung als Chemiker zukommen zu lassen. Seine Eltern wären dazu außerstande gewesen.
Medjar Singh erwies sich als derart gelehrig, daß er seine Ausbildung bald im englischen Cambridge fortsetzen durfte. Lange hielt es ihn dort nicht, denn die Mottenkugeln, die er kreierte, töteten neben den nächtlichen Plagegeistern auch ein paar Katzen und Hunde, die mit den Kugeln gespielt hatten. Bei Menschen verursachten sie langanhaltende Übelkeiten bis hin zu schwersten Erkrankungen.
Mit seinen überragenden theoretischen Fähigkeiten gelangte er schließlich an die Universität von San Diego, Kalifornien, wo man ihn mit der diffizilen Schädlingskontrolle auf den Orangenplantagen betraute. Seinen Mixturen war es letztlich zu verdanken, daß in ganz Südkalifornien die Plantagenschmarotzer in kurzer Zeit steril wurden. Leider zeigten sich auch hier bald unerwartete Nebenwirkungen – die Vögel, welche die sterilen Insekten fraßen, verloren u. …
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