„Ermann Oden ...dahl!“
Das H bereitete ihm Schwierigkeiten, das H verschluckte er.
„Bernd Rodd! Ermann und Bernd? Bernd und Ermann…!“
Allmählich dämmerte es ihm. Diese Namen waren ihm nur zu gut bekannt. Mit Bernd Roth hatte er eines seiner nächsten Opfer vor sich, ein wichtiger Auftrag, und dieser Umstand ließ seine Gesichtszüge erstrahlen. Er konnte ihn gleich hier und heute erledigen. Und anschließend dessen Frau, denn deren Name befand sich auch auf seiner Liste. Was aber sollte er mit dem anderen Kerl anfangen? Der war schließlich für Juri bestimmt, eigens für ihn. Eine verzwickte Situation.
Während Nico noch darüber grübelte, versuchte Bernd sich aufzurichten, schob sich mit Mühe an einer Vitrine entlang, bis er endlich zu sitzen kam, wobei die Vitrine gefährlich wankte. Obenauf stand eine kristallene Vase, die es beinahe nicht geschafft hätte, sich senkrecht zu halten. In seiner Benommenheit nahm Bernd noch nicht alles genauestens wahr, erholte sich aber zusehends. Noch ein entschlossener Ruck, und er saß gerade. Erneut wackelte die Vitrine, diesmal verlor die kostbare Vase das Gleichgewicht und zerbarst mit einem lauten Klirren auf dem Parkett neben Bernds Knie. Der würdigte sie nur eines kurzen Blickes; die Beckers würden ihm verzeihen.
Seine ewig feuchte Nase weit aus dem Autofenster gestreckt, starrte Brutus durch die Dunkelheit zum Haus hinüber, und merkwürdige Geräusche drangen in seine großen Ohren. Er witterte einen fremden Menschen drüben im Haus. Unruhe überkam ihn, seine Nervosität nahm rapide zu, sein Maul jedoch blieb verschlossen.
Schon trippelten beide Vorderpfoten unruhig auf dem Fensterrahmen des Audis, weit ragte der Kopf heraus, Brutus hörte ein Schlagen, ein Fallen, ein Zerren und war nicht mehr zu halten. Mit einem behenden Satz war er aus dem Wagen, lief erhobenen Hauptes zum Gartentor, stieß es mit der Schnauze auf und trabte auf das ihm unbekannte Grundstück.
Die Haustür war verschlossen, der Hund begann zu laufen. Er löste seine Probleme oftmals durch Laufen, so auch hier. Nach der dritten Umrundung des Gebäudes bemerkte er ein offenes Kellerfenster, schnüffelte intensiv und - sprang hinein.
Inzwischen hatte Nico sich die Whiskyflasche geholt, sich vor die beiden gefesselten Männer auf den Boden gesetzt, betrachtete sie mit unsteten Blicken und warf derer beiden Ausweise achtlos hinter sich. Allmählich begannen sich alle Namen der Gruppe um Bernd und Hermann in seinem Gehirn zu formieren, und trotz der gnadenlosen Heavy Metal Einschläge in den Ohren brachte Nico ein unverschämtes Grinsen zuwege. …
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