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…  Bur auf, der bereits auf ihn wartete. Der Mann stellte das Paket mit dem flüssigen Inhalt direkt vor Dr. Bur auf dessen Schreibtisch und setzte sich auf einen fünfrädrigen Drehstuhl. 
Es klopfte an der Tür, Dr. Bur erhob sich eilig, lief hinüber, öffnete sie einen Spalt weit und sagte bestimmt:
„Jetzt nicht, Schwester! Ich komme in ein paar Minuten zu Ihnen!“
   Dr. Bur war für die Medikamentenversorgung dieser Klinik zuständig, in seinen Bereich fiel alles, was in die Körper der Patienten gelangen sollte oder für deren Haut bestimmt war. Seien es nun Pflaster, Mullbinden, Fäden, Desinfektionsmaterial, einfache Kochsalzlösungen, Infusionen aller Art oder Medikamente für die stationären Fälle.
Mit einem schmucklosen Messingbrieföffner riß der Arzt das Klebeband des Kartons auf, durchtrennte das grüne Firmenemblem der Vita Pharma AG, klappte eine Seite der Verpackung nach oben und warf einen Blick ins Innere. Ein zufriedenes Kopfnicken folgte, daraufhin verschloß er den Karton wieder.
   Kurz nachdem sein Lieferant gegangen war, nahm der Doktor die Packungsbeilagen, zerriß sie in kleine Streifen und ließ sie in seinen Papierkorb fallen. Bis auf eine. Anschließend griff er sich einige Fläschchen aus dem Paket und brachte sie zusammen mit der Beilage zwei Etagen tiefer auf die Station B, wo er sie in den Arzneimittelschrank stellte, ganz auf die linke Seite, unmittelbar vor den kümmerlichen Rest von 2 verbliebenen Exemplaren; jenes kreuzähnliche Zeichen auf den Etiketten deutlich sichtbar nach vorne gerichtet. Die Beilage klemmte er zwischen die Fläschchen.
   Nach seinem Verlassen betrat eine Schwester den Raum, sah auf ihre Anweisung und nahm eines der neuen Fläschchen aus dem Schrank, von links, markiert mit jener geheimnisvollen Rune, die davon abriet, den Inhalt an Menschen unter 60 Jahren zu verabreichen. 
In der Folge führte sie ihr Weg über den Flur zur Patientin mit der Nummer 39, wegen einer Blinddarmreizung auf der Station, die am Tropf hing und einen munteren Eindruck machte. 
Die junge Krankenpflegerin nahm eine Spritze, füllte sie mit der entsprechenden Menge aus dem mysteriösen Glasbehälter, und kurz darauf rann die Flüssigkeit durch die Leitungen des Tropfes in die Vene der Patientin. Die blätterte in einer Illustrierten, schenkte der Tätigkeit an ihrer Seite keine Beachtung, zu oft schon hatte sie während der letzten Stunden diese Zeremonie über sich ergehen lassen.
   Die Schwester war noch keine viertel Stunde aus dem Raum, als die Patientin die Illustrierte beiseite legte, ihr war mit einemmal heiß geworden. …
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