„Und wie ist der Wein?“ kam es beinahe kleinlaut über Hermanns Lippen.
„Der Wein hat … Rasse!“ entschied Bernd und hob sein Glas gegen das Licht, um den Rebensaft funkeln zu sehen. Dabei verstand er von Wein absolut nichts.
„Den haben wir uns aus Frankreich schicken lassen, vor zwei Jahren. Der war gar nicht mal billig. Horst hat sich auch einige Kisten ...“ Hermann brach ab, als er Bernds Blick spürte.
Die sechs Freunde hatten sich schon des öfteren über dieses merkwürdige Gebaren ihrer alten Stammtischkollegen unterhalten, bisher aber keine Erklärung dafür gefunden.
„Tja, an Barem hat es Horst und Helen nie gemangelt“, bemerkte Bernd nicht ohne Skepsis. „Sein Versicherungsbüro lief anscheinend ausgezeichnet.“
„Trotzdem kann ich mir nicht recht vorstellen“, warf Felix dazwischen, der als Mathematiker an der Universität einen Lehrstuhl inne und kein schlechtes Gehalt bezogen hatte, und dessen Frau im Lehramt tätig gewesen war, „wie aus einem Versicherungsbüro solch ein Wohlstand erwachsen kann. Helen hat nie gearbeitet, im Gegensatz zu meiner Helga. Während wir beide von unseren Pensionen ein sorgenfreies Leben führen können, hat sich Horst selbst frühzeitig etwas auf die Kante legen müssen. Er war immer selbständig. Hat zwar gut verdient, wie er mir einmal versichert hat, aber um seine Rente mußte er sich schon damals kümmern.“
„Das tut er offensichtlich mit großem Erfolg“, fügte Bernd ergänzend hinzu, „denn von ihrem Haus einmal abgesehen, das sie sich vor zwei Jahren gebaut haben und das alle Rekorde bricht, fahren sie pro Jahr mindestens viermal in Urlaub“, und sein Blick wanderte hinüber zur Wohnzimmerwand der Gastgeber, die, wie die anderen Freunde auch, stets mit Urlaubskarten überhäuft wurden und alle an die Wände geheftet hatten. Sonnenuntergänge auf Bali und Thailand waren dort zu sehen, daneben der Grand Canyon, die Viktoriafälle, der Kilimandscharo, der Fudjiyama; alles Reiseziele, die sich nicht gerade um die Ecke befanden.
„Vielleicht hat er in der Lotterie gewonnen und es geschickt verheimlicht“, gab Vera locker zum Besten. „Das wäre doch immerhin möglich, oder?“
Hermann zuckte mit den Schultern, denn sehr wahrscheinlich schien ihm die Deutung seiner Frau nicht.
„Also mal Spaß beiseite“, bemerke Bernd bedächtig, bevor er sein Glas an die Lippen setzte und daran nippte. „Ich habe über dreißig Jahre bei der Polizei Dienst getan und kann jetzt auf eine üppige Pension zurückgreifen, die uns beiden“, dabei legte er den Arm um seine Frau Sabine, „einen geruhsamen Lebensabend garantiert. …
Diese Seite hat mir gefallen - weiter lesen ►
...war OK - weiter lesen ►
...sollte überarbeitet werden - weiter lesen ►
...war OK - weiter lesen ►
...sollte überarbeitet werden - weiter lesen ►
◄ zurück blättern
Beurteilen Sie den Text bitte fair.
Ihre echte Einschätzung hilft dem Autor seine Texte zu verbessern.
341 Leser seit 1. Jan. 2026 für diesen Abschnitt
Noch kein Kommentar zu dieser Seite.
Sei der Erste!
Ihre echte Einschätzung hilft dem Autor seine Texte zu verbessern.
341 Leser seit 1. Jan. 2026 für diesen Abschnitt
Noch kein Kommentar zu dieser Seite.
Sei der Erste!