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…  Zwei Sessel standen ordentlich neben dem flachen Steintisch, auf welchem sich ein halbvolles Glas befand. Weiter hinten die Tür zum Schlafzimmer stand auf, dort brannte kein Licht. Wie ein schwarzes Maul gähnte die Öffnung die beiden Männer an. 
Im Reflex glitt Bernds rechte Hand zu seiner linken Brust - an jene Stelle, wo er so lange Jahre die Dienstwaffe getragen hatte – heute jedoch suchte er sie vergeblich. Nach seiner Pensionierung mußte er die Waffe abgeben. Und seine ‚Walter’, die Schnellfeuerpistole, mit der er zuweilen im Schützenverein trainierte, trug er niemals bei sich. Das war verboten. 
In Anbetracht des dunklen Schachtes, der ihnen vom Schlafzimmer her so bedrohlich entgegenstarrte, fühlte sich Bernd ziemlich unwohl. Aber sollte er jetzt seine Ex-Kollegen hierher bemühen, um möglicherweise festzustellen, daß nichts passiert war? Es war eine knifflige Situation. Wenn Alex im Hause war, hätte er ihr Rufen gehört. Es gab für Bernd nur eine Antwort: Alex war nicht da. Behutsam schob er Hermann hinter sich, als er auf die geöffnete Tür zulief. Seine linke Hand betätigte den Lichtschalter, daraufhin betrat er das Schlafzimmer des Freundes.
Alex lag auf seinem Bett auf dem Rücken und bewegte sich nicht, er schien zu schlafen.
„Liegt hier und - pennt!“ brach es erleichtert aus Hermann heraus, schon war er neben ihm und schüttelte ihn kräftig. „Mensch, Alex, steh auf! Ich hätte mir deinetwegen beinahe in die Hosen gemacht. Was ist denn los?“
Alex rührte sich noch immer nicht, Hermann erschrak. Er wich zurück und machte Platz für Bernd. Der kniete sich nieder und fühlte Alex’ Puls. Mit ernster Miene schaute er Hermann an, der sich nun gleichfalls über den Freund beugte. Bernd erhob sich, ging zurück ins Wohnzimmer und wählte die 112, hier war ein Notarzt gefragt. Kurz darauf kam er wieder zurück, schweigend standen sie vor dem Bett. Bernd hatte keinen Puls spüren können. 
Er sah sich im Zimmer um, konnte jedoch nichts Auffälliges entdecken. Hermann setzte sich neben Alex aufs Bett, griff dessen Hand, sie war kühl. Nicht kalt. Betroffen suchte er das Gesicht des Freundes nach irgendwelchen Spuren ab, aber außer etwas Blut am linken Ohr des Mannes war nichts zu sehen. Hermann machte Bernd auf diesen Umstand aufmerksam, der trat näher. Vorsichtig hob er den Kopf des Leblosen an, und nun entdeckten sie den dunklen Fleck auf dem blauen Kopfkissen. Das Blut war im Kissen versickert und deshalb nicht sofort zu sehen gewesen. …
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