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…  Bei Schußverletzungen zum Beispiel. Nach Aussage des Notarztes gab es keinen solchen Verdacht.“
„Ich kann das nicht glauben!“ rief Bernd aufgebracht. „Wir müssen eine Prüfung beantragen. Daß Alex nicht an einem Herzversagen gestorben ist, steht außer Zweifel. Die Haustür steht auf, er liegt blutend im Bett, und die Administration spricht von Herzversagen!“
„Können wir das so ohne weiteres?“ schaltete sich Felix dazwischen. „Eine Prüfung beantragen? Ich denke, das können nur Verwandte.“
„Oder die Kripo. Wenn ein Verdacht besteht“, erläuterte Bernd. „Aber Alex ist offenbar von keinem Gerichtsmediziner untersucht worden.“
„Eine solche Untersuchung leitet wahrscheinlich ein Amtsarzt ein, in diesem Fall der Notarzt“, warf Walter ein. „Wenn der nichts unternimmt, verläuft die Sache im Sande.“
Bernd nickte stumm.
„Was haben eigentlich deine Nachforschungen ergeben, bezüglich der Anhäufung von Herzversagen in den letzten Monaten?“
Hermanns bange Frage war an Rüdiger gerichtet, und der machte kein optimistisches Gesicht.
„Ich habe bisher nur mit zwei jüngeren Kollegen gesprochen, kann mich aber schon jetzt des Eindrucks nicht erwehren, daß die es sich manchmal ein wenig zu leicht machen, wenn es sich um ältere Menschen handelt. Weißt du, ein Herzversagen zu diagnostizieren ist kein großer Aufwand, und wenn der Patient über sechzig ist, gibt es kaum jemanden, der daran zweifeln würde. Ich habe kein gutes Gefühl dabei und kann deine Sorgen durchaus nachvollziehen.“ 
Brutus hatte sich unbemerkt nach hinten gestohlen und suchte den Kontakt zu Hermanns Bein. Die beiden waren ein Herz und eine Seele, Hermanns Hand griff nach unten und kraulte das anhängliche Tier.
   Obwohl sich der junge Busfahrer ein wenig über die seltsame Gesellschaft wunderte, versah er seinen Dienst tadellos. Er verließ die A 48 bei Daun und steuerte den Bus über die Bundesstraße, hierdurch konnte er ein beträchtliches Stück abkürzen. Es war früher Vormittag, der Reisebus, ausgestattet mit mehr als dreißig Plätzen, aber nicht einmal zur Hälfte belegt, fuhr ausgesprochen zügig die abschüssige kerzengerade Landstraße hinab. Trotz reichlichen Verkehrsaufkommens kam er gut voran. 
Der Fahrer hielt den Bus äußerst rechts, von Zeit zu Zeit berührten die breiten Reifen den weißen Seitenstreifen, der sich zwischen der Fahrbahn und dem Straßenrand dahinzog. Ein leichtes Schwingen des rechten Vorderrades war zu fühlen, schwach nur, beinahe hätte man es für eine Sinnestäuschung halten können, aber es war real. …
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