Allein die beiden Hunde folgten ihrem gewaltigen Trieb. Kurz bevor die Scheiben ganz untertauchten, zwängten sie sich in Panik durch eines der kaputten Fenster hinaus ins Freie. Erst Max, hinterher Brutus. Sie schwammen ans Ufer und bellten sich dabei die Seele aus dem Leib. Vom Reisebus waren jetzt nur mehr das vordere Fahrgestell und schmale Teile der Seitenverkleidung zu sehen, das Heck lag fast ganz unter Wasser. Bei flüchtigem Hinsehen wurde man die Katastrophe gar nicht gewahr.
Gottlob war der Unfall nicht unbemerkt geblieben, rasch versammelten sich andere Verkehrsteilnehmer, Mobiltelefone wurden aktiviert, man versuchte zu helfen so gut es ging. Hier mußte ein Kran her und zwar schnellstens! Was aber sollten die Leute inzwischen tun? Erstens wußte niemand, wie tief der Weiher war, zweitens war das Wasser bitterkalt. Der Bus sackte nicht mehr weiter ab, offenbar berührte er mit dem Dach den Grund. Eine Stimme brüllte in ein Telefon und versuchte umständlich zu beschreiben, wo genau sich der Unfall ereignet hat, lautstark unterstützt von anderen, die sich bemühten, wenigstens irgendetwas zu tun.
Im Innern des verunglückten Busses herrschte Dunkelheit; es war erstaunlich ruhig. Die feuchtkalte Luft erschwerte das Atmen. Beständig rannen Wassertropfen von oben auf die Untenstehenden, trafen ihre Köpfe, landeten laut klatschend im schmuddeligen Naß. Während die Hinterräder des schräg im Weiher liegenden Fahrzeuges quasi verschwunden waren, ragten die vorderen noch deutlich aus dem Wasser heraus. Die Fahrgäste hatten sich zusammen mit dem Fahrer in der Dunkelheit nach vorne gedrängt, möglichst weit weg vom kalten Wasser, in die Höhe, in die Luftblase, dort war zudem ein wenig mehr Platz verblieben.
Ganz oben standen, oder besser, hingen die Frauen, bis zu den Bäuchen im Wasser, und klammerten sich an die Lehnen der Sitze, die wie Stalaktiten von der Decke herunter ragten; etwas weiter hinten befanden sich die Männer, denen die schlammige Brühe bis zur Brust reichte. Alle Versuche des Fahrers, die Türen zu öffnen, schlugen fehl, offenbar war die elektrische Anlage durch das Wasser in Mitleidenschaft gezogen worden. Hermetisch eingeschlossen warteten die Insassen mit Bangen auf ihre Rettung. Niemand hatte sich bei dem Überschlag verletzt, alle waren bei guter Gesundheit, nur Hermann spürte einen unangenehmen Druck in seiner Brust. …
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