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…  Als ob der Reifen bei der Montage nicht hundertprozentig zentriert worden wäre. Der Fahrer spürte die unruhige Bewegung des Rades sehr wohl und nahm etwas Gas weg. 
Plötzlich begann der Bus zu schlingern, die Fahrgäste blickten nach vorne, aber es war kein Hindernis zu sehen. Verzweifelt drehte der Busfahrer am Steuerrad, es hatte den Anschein, als hätte es sich gelockert. Zuweilen hatte er den Bus unter Kontrolle, wenig später war dies wieder nicht mehr der Fall. Er trat auf die Bremse, weil sie sich einer scharfen Kurve näherten, das Fahrzeug jedoch verlangsamte seine Fahrt nicht. Auch das Herunterschalten der Gänge brachte nicht den gewünschten Erfolg, schließlich sahen die Insassen sich und den Bus unaufhaltsam auf die Kurve zurasen.  
Und schon war sie da! Alle Versuche des Fahrers nützten nichts, das schwere Gefährt bahnte sich geradeaus seinen Weg, sprang mit einem Satz über den Straßengraben hinweg, mähte die weißroten Warnschilder um, walzte ein paar Büsche nieder, holperte haarscharf an einem schmutzigen Weiher vorbei eine Steigung hinauf, wo es kurz zum Stehen kam. Danach rollte es langsam wieder zurück und landete beinahe doch noch in dem Tümpel. Es gelang dem Fahrer einfach nicht, den Bus kontrolliert zum Stehen zu bringen. 
Der Weiher lag am Grunde einer mehrere Meter tiefen Senke, die Hinterräder des Busses standen gefährlich dicht am Abhang. Im Innern drängten sich alle Gesichter an die Scheiben, sie konnten das braune Wasser gut erkennen. Sehr einladend sah es nicht aus. Selbst die beiden Hunde hatten sich auf ihre Hinterbeine gestellt und starrten hinaus. Die Gruppe war noch einmal davon gekommen.  
   Ein Aufatmen ging durch die Reihen, als ein winziger Impuls den Bus ins Rutschen brachte. Das rechte hintere Rad sackte weg, das schwere Fahrzeug begann zu kippen. Unendlich zögernd zuerst, mit der Zeit aber zunehmend schneller, legte sich der Bus auf die Seite, fiel einige Meter nach unten und landete mit seiner rechten Seite klatschend auf der glänzenden Wasseroberfläche. Einige der Scheiben brachen, schmutziges Wasser drang ein, und ehe sich die Insassen versahen, drehte sich das Gefährt weiter, bis es schließlich auf dem Dach zu liegen kam. Durch die geborstenen Fenster schoß die braune Brühe ins Innere und verhinderte, daß jemand hinausgelangen konnte. 
Langsam aber unaufhaltsam zog es den Bus in die Tiefe. Die elf Personen hatten sich aufgerappelt und halfen sich gegenseitig. Dichtgedrängt stand die Reisegruppe auf der überfluteten Decke des Busses, nun zu ihrem Fußboden umfunktioniert; …
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