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   Überlegungen, die Fahrt abzusagen, hatte es gegeben. Aber weil die Zimmer schon bestellt waren, die Anzahlung geleistet und die überwiegende Mehrheit körperlich gesund war, entschied man sich für die Fahrt. Rüdiger, Bernd, Felix, Walter und Hermann, mit ihren Frauen; zusammen 10 Personen und zwei Hunde. Horst, der sowohl den Bus als auch die ganze Reise organisiert hatte, mußte nebst Gattin Helen leider in letzter Minute absagen, weil seine Schwiegermutter erkrankt war. Die beiden Hunde, Brutus und Max, verstanden sich auf Anhieb, hatten jedoch im Bus nicht den Raum den sie benötigten, und so lagen sie meist zu Füßen ihrer Frauchen. 
Die Damen hatten sich unmittelbar hinter dem Fahrer zu einem Plauderstündchen versammelt, im Fond saßen die Männer beisammen und diskutierten konzentriert. Es ging um Alex. Um die Beisetzungsfeierlichkeiten in der letzten Woche, um seine Ex-Ehefrau - die zu spät erschienen war - und immer wieder um die Umstände seines Todes. Bernd war sehr erregt, aus verständlichen Gründen. 
„Es hat wirklich nicht viel gefehlt, und ich wäre bei der Beerdigung aus der zugeknöpften Hose gesprungen“, sprach er mit verhaltener Stimme, „als der Pfarrer anfing von einer tragischen Herzattacke zu sprechen. Woher hat dieser Mensch seine Informationen?“
Besänftigend legte ihm Rüdiger seine Hand auf die Schulter, er war in gleichem Maße  erschüttert wie alle anderen.
„Der Umstand“, begann er in seinem gewohnt ruhigen Ton, „daß in keinem Bericht diese mysteriöse Kopfwunde, die ihr beiden gesehen habt, auch nur Erwähnung findet, macht mir Kummer. Ich habe mit dem Notarzt gesprochen.“
Die Blicke richteten sich auf Rüdiger, der unter den anwesenden Männern, neben Bernd, wohl noch die meisten Kontakte zur städtischen Administration pflegte. Etwas schien hier nicht zu stimmen.
„Der Arzt“, sprach er vorsichtig weiter, „hat von einer Kopfwunde angeblich nichts gesehen, wie er mir versichert hat.“ 
Rüdigers Augen suchten die von Bernd und Hermann. 
„So ein Unsinn“, brach es aus Hermann heraus, „ich habe doch das Blut an meinen Händen gehabt!“  
„Das ganze Kopfkissen war getränkt von seinem Blut“, ergänzte Bernd Hermanns Aussage. „Das konnte er nicht übersehen! Wir haben ihm das Blut sogar gezeigt! Hier ist doch etwas oberfaul! Hat denn die Polizei nicht nachgeforscht?“
„Normalerweise“, erwiderte Rüdiger, „zieht der Arzt die Beamten nur hinzu, wenn klare Verdachtsmomente vorliegen, es könne sich um ein Gewaltverbrechen handeln. …
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