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…  Beinahe mit Gewalt mußte er den aufgeregten Hund daran hindern, ins Wageninnere einzudringen. Das Fahrerfenster war zerbrochen, Hermann konnte ungehindert hineinsehen. Alles war voller grober Glassplitter, zwei Personen hingen kopfüber in den Gurten. Die verbliebene Helligkeit reichte aus, um erkennen zu lassen, daß es sich um Rüdiger und dessen Frau Ilona handelte! 
Kurz nach Hermann gelangte Vera an die Unfallstelle. Schockiert, unfähig, einen klaren Gedanken zu fassen, blieb sie mit deutlichem Abstand vom demolierten Fahrzeug hinter Hermann stehen. Der griff hinein, faßte Rüdiger an der Schulter, rüttelte ihn vorsichtig.
„Rüdiger!“
Leise aber eindringlich rief er den Namen des Freundes. Und der wendete benommen den Kopf, sah ihn an und versuchte ein Grinsen. Auch Ilona drehte sich ihm zu, so gut es ihre Situation gestattete. Brutus gebärdete sich wild, kopfüber hängende Menschen waren ihm fremd. Hermann konnte ihn nicht beruhigen, und schließlich legte ihm Vera die Leine an.
„Was ist mit euch?“ wollte sie mit tränenerstickter Stimme wissen, und die Freunde gaben zu erkennen, daß sie nicht ernsthaft verletzt seien, nur leider hoffnungslos eingeklemmt.
Hermann bat seine Frau innig, rasch Hilfe zu holen – er selbst wollte die beiden Unglücklichen nicht verlassen – und Vera machte sich sofort auf den Weg.  
In der Zwischenzeit erfuhr Hermann, was sich zugetragen hatte. Ein großer schwarzer Geländewagen hatte Rüdiger überholt, von der Straße gedrängt und ihn letztendlich den Abhang hinunter gestoßen. Der tonnenschwere Mercedes hatte sich mehrmals überschlagen und war auf dem Dach liegengeblieben. Im Anschluß waren zwei Männer zu ihnen herunter gestiegen, die eine Flüssigkeit ins Wageninnere spritzten. Was danach folgte, darüber konnten beide keine Auskunft geben; sie hatten das Bewußtsein verloren. 
„Wo sind die Papiere?“ fragte Rüdiger plötzlich gequält, seine Augen suchten das Innere ab, wurden aber nicht fündig.
„Welche Papiere?“ wollte Hermann wissen.
„Die Schriftstücke, die ich dir zeigen will.“ Kopfüber im Gurt hängend, schaffte es Rüdiger nicht, seinen Körper soweit zu drehen, um einen Blick hinter sich werfen zu können. „Es sind drei Blätter, auf dem Computer geschrieben. Sie müssen hier im Wagen sein. Wahrscheinlich sind sie nach hinten gefallen.“
Aber auch Hermann konnte sie nicht entdecken. Er fror. 
Kurz nachdem Vera weggefahren war, um Hilfe zu holen, erschien oben an der Straße ein Notarztwagen. …
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