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…  Man konnte es wie eine Keule benutzen. Wehe dem, der damit getroffen wurde, egal wohin! Der Schreck ließ Hermann wieder ins trockene Laub zurücksinken und abwehrend die Arme heben. Ungläubig, beinahe flehend starrte er die Fremde an.
„Was …was haben Sie vor? Warum ...warum tun Sie das?“ stammelte er tonlos.
Auch diesmal blieb die Person die Antwort schuldig, ihre rechte Hand aber umfaßte den Schraubenschlüssel fester. Hermann Odendahl hatte mit seinem Leben abgeschlossen. Das Kinn auf der Brust, die Augen geschlossen, erwartete er den tödlichen Schlag. Das leise Rascheln, das sich von hinten näherte, nahm er zwar wahr, aber er wendete nicht einmal mehr sein Haupt. 
Sie sind zu zweit! schoß es ihm durch den Kopf, und ein letztes, winziges Fünkchen Hoffnung versank in einem unendlich tiefen Abgrund.
   Eine heftige Reaktion der Frau, die keine zwei Meter vor ihm stand, ihre Augen aufriß und maßlos erschrak, veranlaßte ihn, seine Lider wieder zu öffnen und den Hals ein wenig zu drehen. Das Rascheln hinter seinem Rücken wurde lauter - das war kein Mensch, der sich hier näherte! Mehrere Füße trippelten aufgeregt hin und her… 
   Die Vermummte befand sich bereits auf einem überhasteten, völlig kopflosen Rückzug, als Hermann unerwartet von der Seite angestoßen wurde. Nervös bohrte sich eine stumpfe Schnauze in seine Taille, noch einmal. Und nun erst erkannte er Max, den gescheckten Hund seines Freundes Walter. Eifrig huschte die Zunge des Dalmatiners über sein feuchtes Gesicht, gierig den Schweiß ableckend, der ihm vom Kinn tropfte. 
Die Frau, die ihn lange Zeit so hartnäckig verfolgt und eben noch bedrohlich vor ihm gestanden hatte, rannte im Halbdunkel den holprigen Weg zurück, als ginge es um ihr Leben, und wurde binnen kurzem vom Wald verschluckt. Max hatte nicht gebellt, noch nicht einmal geknurrt. Er war ein Kavalier.
   Unbeschreibliche Erleichterung übermannte Hermann, als er seine Arme um den Hund schlang, ihn liebevoll an sich drückte und ihn dabei ungewollt animierte, erneut sein Gesicht abzuschlecken.
„Was machst du denn hier?“ kam es heiser aus seinem ausgedörrten Mund. „Bist du wieder ausgerissen?“
Mit viel Mühe erhob sich Hermann und trat behutsam auf den verletzten Fuß. Tapfer biß er die Zähne zusammen und wagte einen Schritt, es ging leidlich. Er warf einen letzten Blick in die Richtung, in der die unheimliche Frau verschwunden war, konnte niemanden ausmachen und begab sich mit Max auf den beschwerlichen Rückweg. …
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