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…  Diese Gesellschaft erwies sich als buntgemischt, viele Berufsgruppen waren vertreten, alle Anwesenden bereits in Rente oder pensioniert. Und es wurde auf das heftigste diskutiert. Im Mittelpunkt stand die versuchte Attacke auf Hermann, und Bernd Roth, ehemaliger Hauptkommissar des Bundeskriminalamtes in Wiesbaden und erst seit einigen Monaten im Ruhestand, nahm die Angelegenheit sehr ernst.
„Es gibt Zeiten“, sinnierte er nachdenklich, „da wünsche ich mir, ein jeder Bürger dürfte eine Waffe am Körper tragen, wie wir es aus der Gründerzeit der Vereinigten Staaten von Amerika her kennen. Seinerzeit ging dort niemand unbewaffnet auf die Straße. Aber der Ehrlichkeit zu genügen, muß man leider sagen, daß es zu jener Zeit unzählige Tote und Verletzte zu beklagen gab. Auch Unschuldige. Viele Unschuldige.“ 
„Aber damals ist es sicher nie vorgekommen, daß eine Frau versucht hat, einen Mann mit einem Schraubenschlüssel zu erschlagen“, gab Felix, der Mathematiker, zu bedenken. „Ohne Grund!“ Felix wandte sich direkt an seinen Freund: „Entschuldige, Hermann, aber ich habe diesen Zwischenfall einmal zu Ende gedacht: Angenommen, du wirst von einer Unbekannten erschlagen. Welchen Sinn würde das ergeben?“
„Mach keine Witze, Felix, bitte!“ bemerkte Vera entsetzt, faßte ihren Hermann am Arm und drückte sich fest an ihn.
„Nein, nein. Ich versuche doch nur, die Hintergründe zu eruieren.“
„Wahrscheinlich wollte sie ihn überfallen und ausrauben. Vermutlich ein ganz gewöhnliches Drogenbeschaffungsdelikt.“
Der dies sagte war Horst, ehemaliger Versicherungsagent, der mit seiner Frau Helen am Stadtrand einen todschicken Bungalow bewohnte - es war das mit Abstand imposanteste Haus der ganzen Gegend. Aber mit seiner Vermutung stieß Horst bei Bernd und dessen kriminologischen Sachverstand auf wenig Gegenliebe, denn der fragte sofort:  
„Überfall und Raub mit einem Schraubenschlüssel? Das scheint mir doch ziemlich unwahrscheinlich. Die Erfahrung lehrt uns, daß Raubüberfälle mit Messern oder Feuerwaffen verübt werden und nicht mit Schlagwerkzeugen. Ein Werkzeug wie dieses verfolgt nur einen einzigen Zweck!“
Betretenes Schweigen kehrte ein in der Gruppe, sie sahen sich betroffen an, keiner wollte diese Feststellung kommentieren oder gar zu Ende denken. Bis Walter das Schweigen brach.
„Mir fehlt einfach das Motiv, Bernd! Niemand erschlägt einen Menschen ohne Grund, wenn man von einigen geistig Verwirrten einmal absieht. …
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